Papst soll Kindesmissbrauch gedeckt haben

21. Mai 2007, 11:17
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Geheimdokument von 1962, das den Umgang mit Missbrauchstätern unter Priestern regeln soll

Eine im Vorjahr in Großbritannien ausgestrahlte Dokumentation der BBC über pädophile Priester macht derzeit im Internet die Runde. Vor allem in Italien sorgt das auf YouTube zu sehende Video für Aufsehen. Darin wird der frühere Kardinal und heutige Papst, Joseph Ratzinger, beschuldigt, Geistliche geschützt zu haben, die sich an Kindern vergangen haben, schreibt die italienische Zeitung "La Repubblica" in ihrer Internetausgabe.

Eine "Welle der Empörung", die täglich wachse, gehe derzeit durch das Internet, so die linksliberale Zeitung. Das BBC-Video unter dem Titel "Sex Crimes and the Vatican" berichtet von Dutzenden des Kindesmissbrauchs angeklagten Geistlichen. Die Verbrechen seien vertuscht worden, die Täter habe man geschützt, heißt es.

Geheime Anweisungen

Grundlage für dieses Vorgehen war den Angaben zufolge ein Geheimdokument namens "Crimen Sollicitationis", das vom Heiligen Offizium, der heutigen Glaubenskongregation, 1962 herausgegeben wurde. Darin enthalten seien Anweisungen an die Bischöfe, wie man sich in Fällen von Priestern verhalten solle, die den Beichtstuhl für sexuelle Avancen nutzten oder die sexueller Kontakte mit Tieren, Kindern oder Männern beschuldigt wurden.

Verantwortlich für diese Anweisungen war laut der BBC-Dokumentation Joseph Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI.. Die Skandale seien mit Schweigen unterdrückt und die von den Justizbehörden gesuchten Geistlichen versteckt worden. Das Video hat eine direkte und raue Sprache. Es gibt Zeugenaussagen von Menschen wieder, die angeben, als Kinder von Priestern missbraucht worden zu sein. (red)

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