Zypern: Fischer würdigte getötete österreichische UNO-Soldaten

14. Mai 2007, 10:24
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Kranzniederlegung in Goshi - 1974 wurden drei UNFICYP-Mitglieder bei türkischem Angriff getötet

Goshi - Bundespräsident Heinz Fischer hat am Samstag in Goshi jener drei österreichischen UNO-Soldaten gedacht, die am 14. August 1974 als Angehörige der "United Nations Force in Cyprus" (UNFICYP) bei einem türkischen Angriff getötet worden waren. Fischer legte gemeinsam mit zwei Unteroffizieren des österreichischen UNO-Kontingentes auf Zypern bei der Gedenkstätte in Goshi einen Kranz nieder. Das Monument zieren drei blaue UN-Helme. Unter den Namen der Opfer steht die Inschrift: "Gefallen im Dienste des Friedens."

Schwarzer Tag

Der 14. August 1974 gilt als schwarzer Tag in der Geschichte österreichischer UNO-Auslandseinsätze. Auf der Straße von Larnaka nach Nikosia wurde damals ein weißes, mit UNO-Flagge gekennzeichnetes Fahrzeug beschossen, in dem vier Österreicher saßen, die zuvor im Dorf Goshi bei Larnaka zwischen türkischen und griechischen Zyprioten vermittelt hatten.

Beim Beschuss durch einen türkischen Jagdbomber mit Napalm-Bomben fing das UNO-Fahrzeug Feuer, drei der Österreicher - Johann Izay (26), Paul Decombe (33) und August Isak (25) - kamen in den Flammen um. Der Lenker, Franz Sattlecker, blieb wie durch ein Wunder unverletzt.

Zuvor hatte Fischer nach einer Visite bei der UNO-Friedensmission im Kosovo (UNFICYP) inklusive einer Fahrt durch die Pufferzone zwischen dem griechisch- und dem türkisch-zypriotischen Landesteil das Machairas-Kloster und das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Bergdorf Fikardou besucht.

Treffen mit österreichischen Soldaten

Im UNFICYP-Headquarter in Nikosia traf Fischer auch mit österreichischen Soldaten zusammen. Vier österreichische Stabsoffiziere sind noch auf Zypern (UNFICYP) stationiert, um den Waffenstillstand an der Demarkationslinie zwischen türkischen und griechischen Zyprioten zu überwachen. Die ersten österreichischen Sanitäter waren schon 1964 nach Zypern geschickt worden. Von 1972 bis 2001 war ein österreichisches Infanteriebataillon mit mehreren hundert Mann auf der Mittelmeer-Insel stationiert, insgesamt beteiligten sich mehr als 15.000 Österreicher an UNIFICYP.

Zuvor hatte Fischer nach einer Visite bei der UNO-Friedendmission im Kosovo (UNFICYP) inklusive einer Fahrt durch die Pufferzone zwischen dem griechisch- und dem türkisch-zypriotischen Landesteil das Machairas-Kloster und das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Bergdorf Fikardou besucht. Am Samstagabend erfolgt der Weiterflug von Larnaka nach Ioannina in Griechenland, wo Fischer vom griechischen Präsidenten Karolos Papoulias empfangen wird.

Am Sonntag nach Athen

Am Sonntag reist Fischer nach einem Kulturprogramm in Ioannina nach Athen weiter, wo ihm am Montag von Bürgermeister Nikitas Kaklamanis die Goldene Verdienstmedaille der Stadt überreicht wird. Die offizielle Begrüßung von Fischer durch Präsident Papoulias erfolgt ebenfalls am Montag im Präsidentenpalast. Weiters werden am Montag auch Gespräche mit Ministerpräsident Kostas Karamanlis von der konservativen Nea Dimokratia (ND) und dem sozialistischen Oppositionsführer Georgios Papandreou (PASOK) stattfinden.

Den Abschluss des Staatsbesuchs bildet am Dienstag eine Visite der autonomen Mönchsrepublik Athos, in deren Rahmen die Klöster Iviron, Stavronikita und Pantokrator besichtigt werden. Von Saloniki aus wird Fischer mit seiner Delegation Dienstag Abend der Rückflug nach Wien angetreten. (APA)

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