Magere Auswirkungen der Sonderausgaben bei Steuererklärung

5. Juni 2007, 12:18
12 Postings

Laut Rechnungshof steht der Aufwand für die Bürger und für die Finanzverwaltung "in keiner Relation zu den finanziellen Auswirkungen"

Wien - Der so genannte "Topf-Sonderausgaben" bringt dem einzelnen Steuerzahler bei seiner Arbeitnehmerveranlagung nur sehr wenig. In einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Rechnungshofes (RH) über eine Prüfung der Finanzämter heißt es, dass der Aufwand für die Bürger und für die Finanzverwaltung "in keiner Relation zu den finanziellen Auswirkungen" stehe. Der RH empfiehlt daher die Abschaffung dieses Freibetrags zu Gunsten einer entsprechenden Regelung im Einkommenssteuertarif.

"Dies würde die jährliche Geltendmachung der Sonderausgaben erübrigen und zudem zu einer Verwaltungsvereinfachung führen", argumentiert der RH. In der Stellungnahme des Finanzministeriums zu diesem Vorschlag heißt es, dass "ein Abfedern über pauschale Tarifentlastungen denkbar" wäre.

Magere Auswirkungen

Die RH-Prüfer haben herausgefunden, dass bei rund 58 Prozent der rund 3,1 Millionen Steuererklärungen pro Jahr der "Topf-Sonderausgaben" steuerlich anerkannt wird. Die Auswirkungen sind jedoch mager: Die Prüfer haben errechnet, dass im Einzelfall bei durchschnittlichen Sonderausgaben in Höhe von rund 500 Euro eine Gutschrift von rund 167 Euro herauskommt. "Auf Grund der geringen steuerlichen Auswirkungen im Einzelfall waren auch mögliche Lenkungseffekte in Bezug auf die steuerlich begünstigten Ausgaben als gering zu werten", so das Resümee des RH.

Im "Topf-Sonderausgaben" können im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung u.a. Ausgaben für Wohnraumbeschaffung, die Kosten für Lebensversicherungen oder der Erwerb von Genussscheinen und jungen Aktien steuerlich geltend gemacht werden. Sonderausgaben können jedoch nur bis zu einem Höchstbetrag von jährlich 2.920 Euro angegeben werden. Dieser Betrag erhöht sich für Alleinverdiener und Alleinerzieher sowie bei mindestens drei Kindern. Die Ausgaben werden nur zu einem Viertel steuerlich anerkannt. Dieses Sonderausgabenviertel verringert sich ab einem Jahreseinkommen von 36.400 Euro. Ab 50.900 Euro Jahreseinkommen werden die Sonderausgaben komplett gestrichen. (APA)

  • Artikelbild
    foto: standard/cremer
Share if you care.