Kantersieg endet mit dem Abstieg

1. Mai 2008, 13:34
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Österreich de­klassiert zwar die Ukraine, ist aber dennoch wieder zweitklassig, da sich Norwegen gegen Lett­land keine Blöße gab

Moskau - Erst als es zu spät war, ist die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM in Moskau aufgewacht. Die ÖEHV-Auswahl besiegte am Montag zum Abschluss der Relegationsrunde die Ukraine mit 8:4 (3:1,3:2,2:1), steigt aber auf Grund der ausgebliebenen Schützenhilfe der Letten (4:7-Niederlage gegen Norwegen) ab. Statt A-WM im Eishockey-Mutterland Kanada heißt es 2008 Division I gegen Polen, Kasachstan, Großbritannien, Niederlande und Südkorea, der Austragungsort steht noch nicht fest.

Österreich beendete gegen die Ukraine, die aus eigener Kraft den Klassenerhalt hätte schaffen können, die Serie von 16 Niederlagen bei einer A-WM (bisher letzter Sieg am 24. April 2004, 6:0 gegen Frankreich), dennoch schlich die Mannschaft von Teamchef Jim Boni mit hängenden Köpfen vom Eis. Den Klassenerhalt hat sie schon in den fünf Partien davor mit enttäuschenden Leistungen verspielt, Österreich ist so wie im Vorjahr nur noch zweitklassig.

Denn von Lettland gab es nicht die notwendige und erhoffte Schützenhilfe, die bereits für Kanada qualifizierten Balten ließen sich abschießen. Nach 10:33 Minuten führten die Norweger mit 3:0, mit drei Powerplay-Toren im Mitteldrittel machten sie in der Abstiegsfrage alles klar.

Kalt und Co. waren engagiert zu Werke gegangen, wollten ihre letzte Chance wahren. Und trafen diesmal auch, so oft wie zuletzt vor 13 Jahren in der A-Gruppe. Im Powerplay sorgte Thomas Koch mit seinem ersten Turnier-Treffer für das 1:0 (7.), im Spiel 5-gegen-3 erzielte dann auch die zweite Linie ihre ersten Tore.

Zunächst traf Dieter Kalt zum 2:0 (13.) und beendete mit seinem ersten WM-Tor seit 24. April 2004 seine Torflaute von 21 WM-Spielen, Philipp Lukas erhöhte auf 3:0 (15.). Der Schiedsrichter sah allerdings nicht, dass der Puck im Tor war und ließ weiterspielen. Eine Kopie dieser Aktion schloss Lukas 20 Sekunden später wieder erfolgreich ab, nach Video-Studium galt sein erster Treffer, die Zeit wurde zurückgedreht.

Mit der klaren Führung gelangen Aktionen wie in den vorangegangenen fünf Spielen nicht. Nach zwei Powerplay-Treffern der Ukrainer (19., 24.) erhöhten Koch und Lukas innerhalb von 32 Sekunden wieder auf 5:2 (25.), Andre Lakos legte mit seinem dritten WM-Treffer nach (28.). Doch die Durchsage von der 6:2-Führung der Norweger war wohl auch auf der Bank zu hören. Dennoch gab es durch ein Eigentor von Ljukewitsch, das Markus Peintner gutgeschrieben wurde (43.), und Peintner in Unterzahl (47.) noch zwei Tore.(APA)

Relegationsrunde:

  • Österreich - Ukraine - 8:4 (3:1,3:2,2:1) Moskau, Chodinka-Arena, 500, Vinnerborg/Jakobsen/Zatta (SWE/DEN/ITA). Tore: Koch (7./PP, 25.), Kalt (13./PP), Ph. Lukas (15./PP, 25.), A. Lakos (28.), Peintner (43., 47./SH) bzw. Ljutkewitsch (19./PP), Bobkin (24./PP), Tsyrul (38.), Salnikow (54.). Strafminuten: 14 bzw. 12.

    Österreich: Reinhard Divis - Ph. Lakos, Stewart; Rebek, R. Lukas; A. Lakos, Unterluggauer, Pfeffer - Baumgartner, Raimund Divis, Schuller; Setzinger, Koch, Welser; Kalt, Ph. Lukas, Trattnig; P. Harand, Marco Pewal, Peintner

    Ukraine: Seliwerstow (21. Fedorow/33. Seliwerstow) - Gunko, Zawalnjuk; Nawarenko, Isajenko; Ljutkewitsch, Klymentjew; Srjubko, Timtschenko; - Matwijtschuk, Bobrownikow, Bobkin; Tsyrul, Gnidenko, Salnikow; Oletskij, Schafarenko, Blagoj; Materuchin, Chartschenko, Semtschenko

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      Koch bezwang den ukrainischen Goalie zwei Mal. Auch das half nicht, der Klassenerhalt wurde schon gegen Norwegen verspielt.

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