65 Millionen Mädchen ohne Grundschulausbildung

10. September 2007, 11:36
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Bildung ist wesentliches Element der Entwicklungs- zusammenarbeit – Die Stadt Wien lädt nun zur Einreichung von Projektvorschlägen

"Allen Kindern soll der Besuch einer Primarschule ermöglicht werden", ist das zweite von insgesamt acht Millenniumsentwicklungszielen, die von den Vereinten Nationen im Jahr 2000 beschlossen wurden. Bis 2015 sollen diese umgesetzt werden. Senkung der Armut und die Gleichstellung der Geschlechter, insbesondere bei der Primar- und Sekundarschulbildung sind ebenfalls in den Entwicklungszielen enthalten.

Grundschulausbildung für Mädchen

Die Stadt Wien lädt nun zur Einreichung von Projektvorschlägen mit dem Schwerpunkt "Grundschulausbildungen für Mädchen". Dabei soll die Grundschulausbildung für Mädchen aus sozial schwachen Familien und für Waisen ermöglicht werden. Laut eines UNDP-Berichts (United Nations Development Programm) besuchen in den Entwicklungsländern 115 Millionen Kinder im Grundschulalter keine Schule, 65 Millionen davon sind weiblich.

Frauen- und Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger über die Gründe, warum sich die Stadt Wien in der Entwicklungszusammenarbeit engagiert: "Eine gute Grundausbildung schafft für Mädchen gerade in Ländern und Regionen mit sehr traditionellen Familienbildern eine wesentliche Grundlage in Richtung eines unabhängigen, selbstbestimmten Lebens." Mädchen mit Schulausbildung würden später heiraten, weniger Kinder bekommen und früher medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Somit würden sich die Lebenschancen von Frauen und Kinder erhöhen. Auch für die nächste Generation werde die Lebenssituation insgesamt verbessert, schildert die Stadträtin in einer Aussendung. "Ich sehe diese Aktivitäten der Stadt Wien auch als Teil einer effizienten Migrations- und Integrationspolitik. Denn es muss unser generelles Ziel in Europa sein, durch sinnvolle entwicklungspolitische Maßnahmen, die Lebenssituation der Menschen gerade auch in den Ausgangsländern von Migration zu verbessern," erklärt Frauenberger.

Projektanträge

Zielländer der Projektes sind die Schwerpunktländer der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit: Äthiopien, Burkina Faso, Kap Verde, Uganda und Mosambik in Afrika, Buthan in Asien und Albanien, Bosnien/Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Moldawien und Montenegro in Europa. Für den "Call" stehen insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung, koordiniert werden die Projektanträge über die Magistratsdirektion - Auslandsbeziehungen. Die Einreichfrist ist der 14. Mai 2007. (burg/derStandard.at, 4. Mai 2007)

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    In Entwicklungsländern besuchen 115 Millionen Kinder im Grundschulalter keine Schule.

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