Österreicher selten zu Fuß unterwegs

26. Juli 2007, 12:43
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Am meisten gehen laut VCÖ Wiener und Tiroler - Am wenigsten bewegen sich die Niederösterreicher und Kärntner

Wien - Die Österreicher gehen immer weniger zu Fuß. Eine aktuelle Untersuchung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigt, dass nur mehr jeder fünfte Alltagsweg per Pedes zurückgelegt wird, 1995 waren es noch 27 Prozent. Am meisten gehen die Wiener (27 Prozent) und Tiroler (24 Prozent), am wenigsten die Niederösterreicher und Kärntner, die jeweils 18 Prozent der Wege zu Fuß zurücklegen.

Gesundheit und Umwelt leiden

"Diese Entwicklung ist sowohl für die Umwelt als auch für die Gesundheit schädlich", erklärte der VCÖ am Donnerstag in einer Aussendung. Der massive Rückgang sei auf die Zersiedelung und Fehler bei der Verkehrsplanung zurückzuzuführen. Laut dem Verkehrsclub ist in Österreich jede zehnte Autofahrt kürzer als ein Kilometer. "Gerade am Land werden viele kurze Strecken mit dem Auto gefahren. Nicht nur aus Bequemlichkeit, sondern auch, weil es keine Gehwege gibt und die Menschen gezwungen wären, auf stark befahrenen Freilandstraßen zu gehen. Und das ist vielen zu gefährlich", kritisiert der VCÖ-Experte Martin Blum.

'Begegnungszonen' gefordert

Die Hauptgründe für diese negative Entwicklung seien der Zuzug von der Stadt ins Grüne und die Einkaufszentren am Stadtrand. Folglich würden Arbeitswege länger und zum Einkaufen werde gefahren statt gegangen. Der VCÖ fordert eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung nach dem Vorbild der Schweiz. Dort gebe es in vielen Orten so genannte Begegnungszonen, in diesen gilt Tempolimit 20. Fußgänger haben dort immer Vorrang und Autos dürfen nur auf den dafür gekennzeichneten Flächen parken. Der VCÖ will auch in Österreich "Begegnungszonen" rechtlich ermöglichen.

Derzeit führt der Verkehrsclub den "VCÖ-Mobilitätspreis" durch, bei dem Ideen und Projekte gesucht werden, um Arbeits- und Einkaufswege zu verkürzen. Neben Privatpersonen können auch Schulen, Gemeinden und Unternehmen teilnehmen. (APA)

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