Britischer Politiker will Fuchsjagdverbot kippen

8. Mai 2007, 17:45
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Wahlversprechen des Oppositionsführers - "Hunting Act" ist 2004 gegen den Willen des Oberhauses beschlossen worden

London - Der britische Oppositionsführer David Cameron hat sich als Verteidiger des traditionellen Jagdsports zu erkennen gegeben: Sollte seine Partei die nächsten Wahlen gewinnen, werde er das Verbot der Fuchsjagd aufheben, sagte der Chef der Konservativen einem Bericht in der Mittwochausgabe des Daily Mirrors zufolge. Die Jagd und das Erschießen von Tieren seien für ihn kein Problem.

"Ich sehe darin nichts Schlechtes. Ich bin auf dem Land groß geworden. Ich liebe die dortigen Sportarten", sagte Cameron. Sollten seine Konservativen an die Macht kommen, werde er im Parlament eine Abstimmung zur Abschaffung des Fuchsjagdverbotes ansetzen. Jeder Abgeordnete solle dann frei von Fraktionszwängen entscheiden können.

Die Fuchsjagd und ihr Verbot sind in Großbritannien ein äußerst umstrittenes Thema. Der "Hunting Act" war im November 2004 nach siebenjährigem Ringen vom britischen Unterhaus per Sondervollmacht gegen den Willen des Oberhauses beschlossen worden. Das Gesetz verbietet den jahrhundertealten und vor allem auf dem Land tief verwurzelten Sport, bei dem Füchse mit Hunden gejagt und dann zur Strecke gebracht werden.

In Kraft trat das Verbot im Februar 2005, befolgt wurde es allerdings nur anfänglich, inzwischen eigentlich gar nicht mehr. "Das Verbot wirkt überhaupt nicht", konstatierte nun auch Cameron. "Es ist ein Witz." (AFP, DER STANDARD Printausgabe 3.5.2007)

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