Inder auf dem Kärntner Campus

30. Juli 2007, 12:37
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Uni Klagenfurt setzt auf neue Technik-Fakultät mit sieben Instituten

Klagenfurt - Formell existiert die neue Technische Fakultät an der Universität Klagenfurt bereits seit dem 1. 1. 2007. Am 4. Mai soll die offizielle Gründungsfeier steigen. Für die Klagenfurter Akademikerschmiede und das Land Kärnten bedeutet das einen weiteren Meilenstein.

Gegründet 1970 in der Amtszeit des damaligen SPÖ-Landeshauptmannes Hans Sima wuchs Österreichs jüngste Universität erstaunlich rasch. Zunächst als Wirtschaftshochschule, dann als Universität für Bildungswissenschaften konzipiert, wurde der Fokus zunächst auf Geisteswissenschaften gelegt. Heute verteilen sich rund 7800 Studierende auf die vier Fakultäten Kulturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung sowie Technik.

"Der Schwerpunkt Technik ist für den Wirtschaftsstandort Kärnten immens wichtig", betont Dekan Martin Hitz im Gespräch mit dem Standard. Die Kooperation mit dem unmittelbar benachbarten Lakeside Park im Bereich Informationstechnologie habe diese Entwicklung "natürlich stark beschleunigt", ist Rektor Heinrich C. Mayr überzeugt. "Es soll ja die Ansiedlung von High Tech Unternehmen in Kärnten gefördert werden".

So würden etwa Infineon in Villach oder die Asfinag, die sich kürzlich im Lakeside Park angesiedelt habe, die IT-Absolventen der Klagenfurter Uni besonders schätzen. Vor allem, weil die Ausbildung sehr praxisnah sei. In Absprache mit der Asfinag wurde im Rahmen der Technik-Fakultät daher auch ein Studienzweig Verkehrstelematik eingerichtet.

Die neue Fakultät, die aus einem Splitting der bisherigen Wirtschaftswissenschaften und Informatik hervorging, umfasst mit derzeit sieben Instituten und 19 Lehrstühlen die drei Studienbereiche Informatik, Technische Mathematik und Informations- und Kommunikationstechnik.

Bestnoten

"Schon bisher hat die Klagenfurter Informatik Bestnoten (etwa beim CHE-Ranking 2006) im gesamten deutschsprachigen Raum gesammelt", freut sich Dekan Hitz.

Die Klagenfurter Informatik-Studenten kommen mittlerweile aus aller Welt, fast die Hälfte davon aus der IT-Hochburg Indien. Hitz: "Wir wollen einen internationalen Campus aufbauen, mit Mentoren, die sich gezielt um ihre jeweiligen Landsleute kümmern".

Bedeutet das nun ein schleichendes Zurückdrängen der Kulturwissenschaften? "Absolut nicht", entgegnet Rektor Mayer: "Wir werden auch die Kuwi mit neuen Schwerpunkten versehen". So soll etwa die ursprüngliche Gründungsidee der Bildungswissenschaften wieder stärker in den Vordergrund rücken: "Wir wollen unsere zentrale Kompetenz im Bereich Schulentwicklung ausbauen". Außerdem werde es an der Uni Klagenfurt bald auch ein Studium der Angewandten Musikwissenschaften in Kooperation mit dem Landeskonservatorium geben. (Elisabeth Steiner/DER STANDARD Printausgabe, 3. Mai 2007)

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