Gesundheitspreis 2007: Landesrat distanziert sich von sexistischer Verleihung

30. April 2007, 10:39
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Buchmann lässt Fotos mit halbnackten Frauen von Homepage entfernen - Grazer Frauenbeauftragte und Frauenrat fordern auch neues Logo

Der Unabhängigen Frauenbeauftragten der Stadt Graz, Brigitte Hinteregger, dem DOKU Graz und dem Grazer Frauenrat ist es gelungen, bei Landesrat Christian Buchmann Überzeugungsarbeit zu leisten: Der Molterer-Vize sowie andere honorige Herren und Damen hatten bei der Verleihung des Gesundheitspreises 2007 mit halbnackten Fotomädchen für die mediale Inszenierung posiert, wovon sich Buchmann nun ausdrücklich distanziert. Laut Aussendung der Unabhängigen Frauenbeauftragten zeuge ein Briefwechsel von Buchmanns ernsthafter Auseinandersetzung mit dem sexistischen Charakter der Veranstaltung. Als Konsequenz hat der Landesrat die Fotos von der Webseite nehmen lassen. Auch Wirtschaftskammerpräsident Peter Mühlbacher ließ die Frauenbeauftragte wissen, dass er es bedauere, dass "bei der Verleihung des Steirischen Gesundheitspreises der Eindruck entstanden ist, Frauen als Lustobjekte darzustellen" - das sei "nicht im Geringsten" die Absicht der Wirtschaftskammer Steiermark gewesen. Mühlbacher habe zudem auch die mit der Organisation der Veranstaltung betraute Fachgruppe der Freizeitbetriebe ersucht, künftig auf diesen Aspekt besonders zu achten.

Neugestaltung des Logos in Diskussion

Als nächsten Schritt soll Hinteregger zufolge ein Logo-Wechsel passieren: Das Sujet des Gesundheitspreises zeigt - zur Abwechslung - eine nackte Frau, wenn auch gezeichnet: "Die Gestaltung des Logos, die mediale Präsentation der Ausschreibung und vor allem auch der Preisverleihung schmälert den Sinngehalt des steirischen Gesundheitspreises eklatant", führt Hinteregger aus. "Frauen wurden in der Öffentlichkeit darauf reduziert, als Objekte männlicher Begierde dargestellt und benutzt zu werden." Wirtschaftskammerpräsident Mühlbacher betonte in diesem Zusammenhang, dass dieses Logo vor sechs Jahren von einer Frau entworfen und vom Büro des damaligen Gesundheitslandesrates Dörflinger freigegeben wurde. Er werde aber anregen, sich auch über eine Neugestaltung des Logos Gedanken zu machen.

Der Grazer Frauenrat forderte weiter, dass auch die anderen für die Ausschreibung und Verleihung des steirischen Gesundheitspreises politisch Verantwortlichen, Landeshauptmann Franz Voves und Gesundheitslandesrat Mag. Helmut Hirt Konsequenzen aus diesem Skandal ziehen müssten und dass in Förderrichtlinien zukünftig aufgenommen werden müsse, dass öffentliche Auftritte und mediale Inszenierungen diskriminierungs-, sexismus- und rassismusfrei gestaltet werden. (red)

  • Auch das Logo des Gesundheitspreises ist nun im Visier der Grazer Frauenbeauftragten und des Frauenrats.
    logo "fit im job"
    Auch das Logo des Gesundheitspreises ist nun im Visier der Grazer Frauenbeauftragten und des Frauenrats.
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