Schnittig ran an die Stangen

27. April 2007, 12:15
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Beim Spargel ist ein vernünftiges Schälwerkzeug unerlässlich - Spargelschäler im Test

Gemüsesparschäler Rex 2 Stk. € 3,60 (plus Versand, http://www.manufactum.at/)
Rechtwinkelig oder parallel - das ist das erste Entscheidungskriterium bei der Wahl eines Schälers. Wie man die Klinge übers Gemüse zieht, ist schlicht Geschmackssache. Ich bevorzuge für stangenförmiges Gemüse wie Spargel, Karotten oder Gurken die Parallelvariante, für kleinere, rundliche Körper wie Erdäpfel oder Äpfel den Griff im rechten Winkel. Parallelmodell Rex zieht, wenn man die Spargelstange aufs Brett legt und am Kopf festhält, die Schale ohne Gefahr für die Fingerspitzen ab. Mit der 4,4 cm breiten Klinge geht das auch bei Solo-Fino-Dimensionen zügig, ob Rechts- oder Linkshänder spielt dabei keine Rolle. Im Gegensatz zu den Mitbewerbern behauptet Rex erst gar nicht, rostfrei zu sein, die Klinge aus Kohlenstoffstahl muss abgetrocknet werden, um scharf zu bleiben. Für die Spargelenden braucht man ein Extra-Messer. 8,5 Punkte

Ad Hoc Schäler mit Ceramic Klinge € 18,50 (Hardt & Krüger, 1010 Wien)
Dass Keramikklingen ewig scharf bleiben, ist ein Gerücht. Daher stehe ich auch dem diesbezüglichen Versprechen auf der AdHoc-Verpackung skeptisch gegenüber. Immerhin: Rosten kann der Keramikschäler nicht. Mit der weißen Klinge und dem blitzblauen Rundgriff sieht das Gerät eher wie ein Spielzeug aus (Vorsicht, Kinder!), und haptisch reicht kein anderes Testmodell an dieses heran. Bei der Beurteilung der Schälqualität muss man differenzieren: Weil die 3,8 cm breite Keramikklinge sehr fein schält, verstopft sie sich bei faseriger Spargelhaut relativ schnell; bei allen anderen Gemüsearten wünscht man sich aber genau diese dünnen Streifen. Rechtshänder können die Schnittbewegung nur zum Körper hin ausführen, Linkshänder nur in die Gegenrichtung. Eine Klinge zum Abschneiden der Spargelenden fehlt bei diesem Modell ebenfalls. 6,5 (für anderes Gemüse 8,5) Punkte

Sieger Metallschäler € 1,99 (Eurospar)
Der Klassiker aus angeblich rostfreiem Stahl wird von mehreren Firmen erzeugt, "Sieger" bezieht sich also nur auf den Hersteller, nicht die Platzierung unseres Testmodells. Auch dieser Pendelschäler verlangt von Rechts- und Linkshändern unterschiedliche Schnittrichtungen, sein vernickelter, abgerundeter Griff fühlt sich unerwartet gut an und lässt sich wie ein Rasiermesser führen. Die 3,5 cm breite, aufgeschraubte Klinge (die bei mir sehr wohl rostet) schält eher dicke Streifen vom Spargel - gut für ältere, holzige Stangen, schade um saftige Frischware. Der Dorn zum Abschneiden der Enden erinnert frappant an einen Dosenöffner, funktioniert aber weniger gut. 6,0 Punkte

Monopol Exquisit Spargelschäler € 8,- (Hardt & Krüger, 1010 Wien)
Wer freihändig, also ohne Brett, Spargel schälen will (oder muss), ist mit diesem Modell gut bedient. Flottes Arbeiten ist damit allerdings kaum möglich, denn jeder Spargel muss einzeln in die Zange genommen werden, und je dicker die Stange, desto schwieriger geht das. Die Metallzange liegt mangels ab-gerundeter Kanten auch nicht gerade angenehm in der Hand. Die 4 cm breite Klinge eignet sich für Rechts- und Linkshänder, kann aber ihr Versprechen der Rostfreiheit ebenfalls nicht halten. Ganz praktisch ist, dass der obere, längere Zangenteil in ein Messer ausläuft - scharf genug für Spargelenden, ungefährlich für Finger. 5,0 Punkte (Marie-Thérèse Gudenus, DER STANDARD, Printausgabe 27.4.2007)

Jeder Test spiegelt die persönliche Erfahrung der Autorin wider. Punkte: 10=Top, 0=Flop
  • Karotten kann man abschaben, und Erdäpfelschalen müssen nicht hauchdünn sein, aber für den Spargel ist ein gutes Gerät unerlässlich.
    foto: der standard

    Karotten kann man abschaben, und Erdäpfelschalen müssen nicht hauchdünn sein, aber für den Spargel ist ein gutes Gerät unerlässlich.

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