Zwischen Traum und Trauma

3. April 2008, 10:55
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Die aus Sarajewo stammende Foto- und Video-Künstlerin Selja Kameric ist als Artist in Residence zu Gast

Vom ersten Festivaljahr an sind GrenzgängerInnen zwischen Film und bildender Kunst als Artist in Residence gemeinsamer Gast des Filmfestivals und des O.K Centrum für Gegenwartskunst, so auch 2007.

Im Zentrum des aus Fotos, Videos und Aktionen im öffentlichen Raum bestehenden Werks der 1976 in Sarajevo geborenen und ebendort aufgewachsenen Selja Kameric steht die Verarbeitung der vierjährigen Belagerung ihrer Heimatstadt. Bei der Auseinandersetzung mit dem Gräuel des Krieges und seinen Auswirkungen verfolgt die studierte Grafikdesignerin sowohl eine utopisch-eskapistische wie auch eine zynisch-aggressive Linie. Kameric war von 1997 bis 2000 Art Direktorin im Kreativteam Fabrika in Italien und erregte 2003 mit einer umfangreichen Kampagne internationales Aufsehen erregte, bei der sie selbst für die Kamera posierte - und darauf das rassistische Graffito eines in Bosnien stationierten UNPROFOR-Soldaten projizierte (siehe links). Ebenso radikal fällt ihre Kritik an der gleichgültigen Haltung Westeuropas gegenüber Bosnien, an unverbindlicher Politikerrhetorik und gewaltsam gezogenen Grenzen aus.

In Linz präsentiert sie unter anderem ihren neue 15minütige Arbeit "What Do I Know", die als Vierkanal-Videoinstallation gezeigt wird: am Eröffnungsabend des Festivals (24.4.) um 19.00 Uhr im O.K Centrum für Gegenwartskunst im Beisein der Künstlerin. (red)

  • Selja Kameric auf ihrem Aufsehen erregenden Plakat von 2003
    foto: crossingeurope

    Selja Kameric auf ihrem Aufsehen erregenden Plakat von 2003

  • "What Do I Know About Love?"
    foto: crossingeurope

    "What Do I Know About Love?"

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