eTel-Übernahme durch TA - Kunden müssen mitwechseln, Marke bleibt

8. August 2007, 12:53
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Entbündelung soll vereinfacht, ADSL billiger werden - Laut Telekom Austria ohnehin Marktentwicklung

Die Telekom Austria (TA) darf den drittgrößten privaten Telekom- und Internet-Anbieters eTel samt ihren Kunden übernehmen. Wie aus den auf der Internetseite der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) veröffentlichten Auflagen hervorgeht, werden die bisherigen eTel-Kunden nur dann ein "Sonderkündigungsrecht" erhalten, wenn die TA die Tarife anheben sollte. In diesem Fall müsste TA die eTel-Kunden dann über ihr Kündigungsrecht informieren.

"Zugehörigkeit zur TA"

Klar hinweisen muss die Telekom Austria bei der weiteren Verwendung der Marke eTel auf die "Zugehörigkeit zur TA". Die Marke eTel darf sie aber grundsätzlich weiter führen. Dem Vernehmen nach hatten die Bundeswettbewerbsbehörden anfangs weit reichendere Auflagen bis hin zur Abgabe von Kunden und Marken erwogen.

Einfacher und billiger

Konkretere Auflagen gibt es dafür, was das Stammkundengeschäft der Telekom Austria mit alternativen Telekombetreibern (Wholesale) betrifft. Zum einen soll die Entbündelung von TA-Leitungen, bei denen der Alternative die Leitung vom Wählamt zum Endkunden von der TA übernehmen kann, deutlich einfacher und billiger werden. Preisreduktionen soll es auch für jene Betreiber geben, die kleinere ADSL-Pakete von der TA erwerben und an Endkunden weiterverkaufen (Reseller). Und auch auf IP-basierte Mietleitungen (Etherlinks) muss die TA im ländlichen Raum einen Preisabschlag gewähren.

Stabil

Die Telekom Austria halte "auf den meisten der betroffenen Märkte sehr hohe Marktanteile, die weitgehend stabil sind, tw. sogar leicht steigende Tendenz aufweisen". Durch die eTel-Übernahme würde diese Anteile noch weiter ausgebaut und "eine wichtige Wettbewerbskraft beseitigt". Auf den für die Entwicklung des Wettbewerbs auf den Festnetzmärkten besonders bedeutsamen Festnetzanschlussmärkten verfüge die TA "über eine monopolartige Stellung". Die Auflagen sollten "alternativen Telekom-Betreibern neue Möglichkeiten schaffen, sich am Markt zu bewegen, bzw. es neuen Anbietern erleichtern, in den Markt einzutreten", hieß es von Seiten der Kartellwächter.

Gelassen

Bei der Telekom Austria sieht man das jedoch gelassener. Abgesehen von den bereits vergangene Woche veröffentlichten Infrastrukturauflagen - dem Verkauf eines 120 km langen Glasfaserrings in Wien und der Rückgabe der österreichischen WLL-Lizenzen - würden die Auflagen weder den Wert von eTel noch die Erlöse der Telekom Austria im Stammgeschäft schmälern, sagte Unternehmenssprecher Martin Bredl auf APA-Anfrage.

"Peanuts"

Diese Bewertung teilt die TA ausnahmsweise mit der Konkurrenz. Tele2UTA-Sprecher Martin Halama nannte die Auflagen wörtlich "Peanuts". Die Alternativen hatten ursprünglich eine Komplettuntersagung gefordert. Dass nun sogar die Marke bestehen bleiben darf, sehen sie als "Täuschung" des Kunden. (APA)

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