Rote Riesen, Weiße Zwerge und Schwarze Löcher

16. April 2007, 21:48
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Auch Sterne müssen irgendwann sterben - Was manchmal davon übrigbleibt, ist unsichtbar und sehr gefräßig: Schwarze Löcher sind die Kannibalen des Alls

Warum es Schwarze Löcher gibt, wollte der achtjährige Ö1-Kinderuni-Reporter Lukas vom Physiker Franz Schöberl wissen, der mit ihm und drei weiteren Kinderuni-Teilnehmern darüber sprach, wie kleine Teilchen das große Universum zusammenhalten.

Dabei gehören die mysteriösen Schwarzen Löcher mit Sicherheit zu den faszinierendsten Phänomenen im Weltall. Doch gleich vorweg: Schwarze Löcher sind eigentlich gar keine Löcher, in die Dinge hineinfallen können, sondern die Überreste von toten Sternen. Denn auch Sterne müssen irgendwann sterben - allerdings erst nach einigen Milliarden Jahren Lebenszeit. In den letzten Phasen ihres Lebens, wenn die Strahlkraft immer weiter nachlässt, dehnen sie sich aus und verlieren dadurch an Temperatur. Weil sich dann ihre Außenhülle rot färbt, werden sie Rote Riesen genannt. Je nach seiner Masse geht ein Roter Riese in einen Weißen Zwerg, einen Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch über.

Enorme Explosion - die Supernova

Wenn Sterne sterben, passiert das mit einer enormen Explosion, auch Supernova genannt. Aus dem kläglichen Rest - zu dem auch einmal unsere Sonne zählen wird - wird ein so genannter Weißer Zwerg: ein glühender Klumpen, der um ein Vielfaches kleiner ist als der Stern, aus dem er entstanden ist, aber noch fast genauso schwer. Die Materie ist so dicht zusammengepresst, dass ein Löffel vom Material des Weißen Zwerges so viel wiegt wie die ganze Erde. Aus schwereren Sternen werden noch stärker verdichtete Neutronensterne, die am Ende nur noch aus Neutronen bestehen.

Schwarze Löcher schließlich entstehen aus noch massereicheren Sternen. Nach ihrem Tod werden sie so dicht zusammengepresst, dass unendlich viel Materie in einem einzigen Punkt konzentriert wird. Die Anziehungskraft eines solchen toten Sterns ist so groß, dass nicht einmal Lichtstrahlen aus ihm entweichen können. Eben deshalb heißen sie "Schwarze" Löcher. Sie ziehen nicht nur Licht an, sondern verschlingen jegliche Materie, die ihr zu nahe kommt. Schwarze Löcher können sogar ganze Sterne auffressen.

Zu sehen sind die geheimnisvollen Objekte aber nicht. Beobachten kann man nur ihre Wirkung, so wie das letzte Aufleuchten eines aufgesaugten Sterns. Auch wenn es noch vieles zu erforschen gibt, Angst vor einem Schwarzen Loch brauchen Erdlinge nicht haben: In der Nähe gibt es keinen sterbenden massiven Stern - und auch der Sonne stehen noch etwa 5,5 Milliarden strahlende Jahre bevor. (kri/DER STANDARD-Printausgabe, 17.04.2007)

Thema der nächsten Ö1-Kinderuni:
"Wie lebte man im alten Rom?",
Sonntag, 17.10 Uhr, auf Ö1 und am Dienstag im STANDARD
  • Wenn Sterne sich um ein unsichtbares Objekt drehen, könnte es sich um ein Schwarzes Loch handeln - eines der geheimnisvollsten Phänomen im Universum.

    Wenn Sterne sich um ein unsichtbares Objekt drehen, könnte es sich um ein Schwarzes Loch handeln - eines der geheimnisvollsten Phänomen im Universum.

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