Cheruiyot gewann Boston-Marathon

26. April 2007, 21:04
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Titelverteidiger aus Kenia dominierte die Konkurrenz und gewann vor zwei Landsleuten - Grigorjewa Siegerin bei den Damen

Boston - Es ist zwar nicht ihr Wetter gewesen, aber ihr Rennen. Die kenianischen Männer haben den 111. Boston Marathon trotz des Sturms, Dauerregens und Temperaturen von zehn Grad dominiert und die Konkurrenz distanziert. Wie im Vorjahr setzte sich Robert Cheruiyot nach 2:14:13 Stunden vor seinen Landsleuten James Kwambai und Stephen Kiogora durch. Insgesamt fünf Kenianer kamen am Montag unter die ersten Sechs. Das Frauenrennen hatte Lidija Grigorjewa aus Russland in 2:29:18 Stunden für sich entschieden.

Für Cheruiyot war es der dritte Erfolg beim ältesten Städtemarathon der Welt. Der 28-Jährige hatte neben 2006 bereits 2003 triumphiert. Es war der 16. Sieg eines Kenianers in Boston. "Das hier ist mein Marathon, ich werde 2008 auf jeden Fall wiederkommen. Dann will ich hier zum vierten Mal gewinnen", sagte Cheruiyot, der sich im gesamten Rennen zurückhielt und sich erst durch eine Tempoverschärfung kurz vor dem Ziel absetzen konnte.

"Das Rennen war auf Grund des Wetters sehr schwer. Es war viel zu kalt, deshalb bin ich auch sieben Minuten langsamer als im Vorjahr gewesen", meinte Cheruiyot. Bei seinem Erfolg im Vorjahr hatte er mit 2:07:14 Stunden noch einen neuen Streckenrekord aufgestellt.

Russische Debütantin erfolgreich

Die 33-jährige Grigorjewa verwies bei ihrem Debüt in Boston Jelena Prokopcuka aus Lettland und die Mexikanerin Madai Perez auf die Plätze. "Zwischen Kilometer 35 und 40 habe ich gemerkt, dass ich noch etwas zuzusetzen hatte, da wusste ich, ich kann gewinnen. Das Wetter hat mich nicht so gestört. Ich habe zu Hause in Russland auch bei viel Regen und kaltem Wind trainiert", sagte die Russin, die sich drei Kilometer vor dem Ziel von ihren Konkurrentinnen absetzte und letztlich mit einem Vorsprung von 40 Sekunden vor Prokopcuka gewann.

Die Lettin musste sich zum zweiten Mal nacheinander mit Platz zwei begnügen. "Es waren grauenvolle Wetterbedingungen, deshalb bin ich mit Platz zwei sehr zufrieden", erklärte die 30-Jährige, die zuletzt zwei Mal beim New-York-Marathon triumphiert hatte. Grigorjewa war nach ihrem Erfolg vor mehr als 500.000 Zuschauern so überwältigt, dass sie nicht einmal den Fauxpas bei der Siegerehrung bemerkte: Die Veranstalter hatten anstelle der russischen die alte sowjetische Nationalhymne gespielt.

Marathon im All gelaufen

Die US-Astronautin Sunita Williams hat sich ebenfalls am berühmten Bostoner Marathonlauf beteiligt - im All. Die derzeitige Langzeitbewohnerin der Internationalen Raumstation ISS legte die 42 Kilometer lange Strecke auf einem Laufband zurück. Dabei war sie wegen der Schwerelosigkeit mit Bungee-Bändern an dem Gerät befestigt. Die NASA hatte im Voraus berechnet, dass die ISS zwei Mal die Erde umkreist haben wird, wenn Williams so zu sagen die Ziellinie überschritten hat.

Die 41-Jährige hatte sich für das Rennen qualifiziert, bevor sie für die Mission im All ausgewählt worden war. Sie befindet sich seit Dezember an Bord der ISS. Der Start zum Marathon erfolgte fast zeitgleich mit dem auf der Erde - aber "Suni" hatte dabei einen großen Vorteil: Während ihre Mitläufer auf der Straße mit heftigem kalten Regen und Sturm zu kämpfen hatten, rannte sie im Warmen und Trockenen. Die Marathon-Organisatoren hatten ihr sogar eine Startnummer gegeben, die Nummer 14.000, die ihr dann von der NASA zugefunkt wurde.

Sie wolle mit ihrem Marathon Kinder ermutigen, Sport zur täglichen Routine zu machen, hatte die Astronautin gesagt. Sie selbst joggt regelmäßig, auch im All: Mindestens vier Mal in der Woche steigt sie auf das Laufband. (APA/dpa)

Ergebnisse vom 111. Boston-Marathon in der Leichtathletik am Montag:

  • Männer: 1. Robert Cheruiyot (KEN) 2:14:13 Stunden - 2. James Kwambai (KEN) 2:14:33 - 3. Stephen Kiogora (KEN) 2:14:47 - 4. James Koskei (KEN) 2:15:05 - 5. Teferi Wodajo (ETH) 2:15:06 - 6. Benjamin Maiyo (KEN) 2:16:04 - 7. Ruggero Pertile (ITA) 2:16:08 - 8. Peter Gilmore (USA) 2:16:41 - 9. Samuel Ndereba (KEN) 2:17:04 - 10. Robert Cheboror (KEN) 2:18:07

  • Frauen: 1. Lidija Grigorjewa (RUS) 2:29:18 Stunden - 2. Jelena Prokopcuka (LET) 2:29:58 - 3. Madai Perez (MEX) 2:30:16 - 4. Rita Jeptoo (KEN) 2:33:08 - 5. Deena Kastor (USA) 2:35:09 - 6. Robe Tola Guta (ETH) 2:36:29
    • Robert Cheruiyot nach seinem Sieg bei der 111. Ausgabe des Boston-Marathons.
      foto: reuers/snyder

      Robert Cheruiyot nach seinem Sieg bei der 111. Ausgabe des Boston-Marathons.

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      Japanische Siege bei den Rollstuhlathleten: Gewinner bei den Männern Masazumi Soejima, links, und Wakako Tsuchida Damensiegerin.

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      Marathonläuferin im All: Sunita Willams

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