Die überwältigende Aussicht

    29. Juli 2000, 11:56
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    Der Rossbrand, höchste Erhebung im langen Höhenzug zwischen Radstadt und Filzmoos, ist berühmt für seine Aussicht, an der selbst die kritischsten Bergwanderer nichts auszusetzen haben

    Vom Gipfel präsentieren sich Dachstein und Bischofsmütze von ihrer schönsten Seite; man hat ungehinderte Sicht zum Hochkönig, zu den höchsten Erhebungen der Niederen Tauern mit Hochgolling, Mosermanndl und Kalkspitzen, zu den östlichen Dreitausendern der Hohen Tauern und in das oberste Ennstal. Von diesem Gipfel und dessen Panorama trennt man sich nur sehr schwer, zumal der Kontrast zwischen den hellen Kalkbergen und den dunklen Erhebungen der Urgesteinszone einen besonders unwiderstehlichen Reiz ausmacht. Auf dem Rossbrand wechseln die stillen und lauten Seiten je nach der Jahreszeit.

    Im Sommer kann man von Radstadt auf einer Straße bis knapp unter den höchsten Punkt fahren, dann erweisen sich die nördlichen Hänge des Höhenzuges als wenig überlaufen, weil die von Filzmoos ausgehende Seilbahn nur im Winter in Betrieb geht. Allein schon der – teilweise etwas steile – Anstieg ist sehr lohnend. Je höher man kommt, desto schöner wird die Sicht zu Dachstein und Gosaukamm mit Bischofsmütze. Und wenn man im Abstieg auf dem breiten Rücken über das Hoferegg zur Moserscharte wandert, erhascht man immer wieder einen Blick zu den markanten Erhebungen im Süden und Norden. Im Gipfelbereich entkommt man dem Trubel nicht, was bei den vielen Meriten des Berges kaum überrascht. Sobald man aber das Weichbild der Straße verlassen hat, hält sich der Andrang in bescheidenen Grenzen. Die Runde muss man als nicht schwierig einstufen, mit der Radstädter Hütte und der Gastwirtschaft auf der Moosalm stehen zwei gute Raststätten zur Verfügung. Ausgangspunkt der Bergtour ist Filzmoos.

    Nahe der Talstation der Seilbahn beginnt die rote Markierung 463 des Dr.-März-Weges, der anfangs nur mäßige Steigungen hat, im Mittelteil aber steil wird. Man erreicht den breiten Rücken des Höhenzuges, hält sich rechts, Weg rot markiert, Nummer 460 – und gelangt auf den Gipfel des Rossbrand und zur Radstädter Hütte. Gehzeit 2 1/2 Stunden. Auf der Anstiegsroute geht es zurück, man behält die Richtung bei, bleibt auf dem Rücken und wandert – vorbei an einer Richtfunkstation – über das Hoferegg zur Moserscharte. Dort hält man sich links und steigt – Weg Nummer 464 – zur Moosalm ab. Gehzeit ab Rossbrand 1 1/4 Stunden. Man bleibt auf dem Weg 464 und gelangt in einer weiteren Stunde wieder nach Filzmoos.

    Gesamtgehzeit 4 1/4 Stunden, Höhenunterschied knapp 800 m. Radstädter Hütte und Moosalm bewirtschaftet. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 126 (Radstadt); Wanderkarte Filzmoos, Maßstab 1:25.000.

    Von Bernd Orfer
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