Glawischnig für Abtreibung auf Krankenschein

12. April 2007, 18:59
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Grüne Vizechefin will "Abtreibungstourismus" verhindern und fordert Kostenübernahme der Eingriffe durch Krankenkassen

"Abtreibung soll auf Krankenschein in öffentlichen Spitälern stattfinden", fordert die Dritte Nationalratspräsidentin und stellvertretende Grünen-Chefin Eva Glawischnig. Die Krankenkassen sollten die Kosten für Schwangerschaftsabbrüche übernehmen, sagte Glawischnig am Mittwoch im ORF-Magazin "Wie bitte?". Denn: "Es macht keine Frau aus Jux und Tollerei. Es ist immer eine Notlösung."

Die Grüne Vizechefin sieht "eine extrem heuchlerische Situation. Man sagt zwar, Frauen dürfen abtreiben, es ist straffrei, aber in der Praxis haben sie sehr viele Hürden zu überwinden – unter anderem auch eine finanzielle Hürde". Glawischnig kritisiert, dass Frauen in einer Situation, "in der man ohnehin es schon sehr schwer hat" oft weite Strecken zurücklegen müssten.

"Abtreibungstourismus"

Während im Rest von Österreich Abtreibungen an öffentlichen Spitälern durchgeführt werden, können sich Frauen in Vorarlberg und Tirol nur an Privatärztinnen und -ärzte wenden – im Burgenland hat sich die Fristenlösung noch gar nicht durchgesetzt.

Das damit verbundene Kostengefälle – von 275 Euro in Wien bis zu 800 Euro in Tirol – führt zum sogenannten "Abtreibungstourismus". Vor allem junge Frauen, die sich diese Preise nicht leisten können, fahren für den Eingriff nach Wien oder Salzburg.

Wobei auch die Ärztinnen und Ärzte in Salzburg schon einen weiten Weg hinter sich haben: Am Landeskrankenhaus werden seit drei Jahren Abtreibungen durchgeführt, jedoch nicht von Salzburger Ärztinnen/Ärzten. Jeden Samstag reisen der Wiener Gynäkologe Christian Fiala, der eine Ambulanz am Wiener Gürtel betreibt, oder seine Kolleginnen/Kollegen an. (APA/red)

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Wie bitte? - Neues ORF-Magazin
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    Will gegen "Abtreibungs-
    Tourismus" aus dem Westen Österreichs und "heuchlerische Situation" zu Gunsten der betroffenen Frauen vorgehen: Eva Glawischnig.
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