Erfolgreiches Darunavir

12. Juli 2007, 16:25
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Studie bestätigt Erfolge mit Aids-Medikament - Weniger Aids-Viren und mehr Immunzellen im Blut nachgewiesen

London - Eine medizinische Langzeitstudie hat deutliche Erfolge beim Einsatz des neuen Aids-Medikaments Darunavir bestätigt. HIV-Patienten, die Darunavir zusammen mit dem gängigen Arzneimittel Ritonavir einnähmen, erfreuten sich fast ein Jahr nach Start der Therapie guter Gesundheit, wie die Medizinerzeitung "The Lancet" unter Berufung auf Ergebnisse einer unabhängigen Studiengruppe berichtete. Die Zahl der Aids-Viren sei beim Großteil der Testpersonen drastisch gesunken, dagegen befänden sich deutlich mehr Immunzellen im Blut. Die Nebenwirkungen seien gleichzeitig nur geringfügig.

Proteaseinhibitor

Bei Darunavir, das unter dem Namen Prezista vermarktet wird, handelt es sich um einen so genannten Proteaseinhibitor. Seine Moleküle stören ein Enzym, das dem HI-Virus normalerweise nach dem Eindringen in eine Immunzelle bei der Vermehrung hilft. Das Medikament hat große Hoffnung bei Patienten geweckt, die Resistenzen gegen herkömmliche antivirale Medikamente aufgebaut haben.

Darunavir ist in den USA und der Europäischen Union zugelassen, solange es mit Ritonavir eingenommen wird. Basis waren dabei die so genannten Power-1- und Power-2-Studien, die zunächst nach 24 Wochen ausgewertet wurden. Die jetzt in dem "Lancet"-Artikel beschriebenen Ergebnisse beziehen sich auf die Zeit nach 48 Wochen.

Sudie

An ihnen nehmen Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion teil. Dabei bekommt ein Teil herkömmliche, antivirale Medikamente und ein anderer zusätzlich die Kombination aus Darunavir und Ritonavir. Nach knapp einem Jahr wurde bei 61 Prozent der Darunavir-Patienten eine tausendfache Senkung der Konzentration des Aids-Virus im Blut gemessen. In der Kontrollgruppe lag der Anteil nur bei 15 Prozent. Fast die Hälfte der Darunavir-Tester reduzierte ihren Anteil sogar auf die niedrigste Schwelle, die gerade noch gemessen werden kann, während es bei den Kontrollpatienten nur zehn Prozent waren.

Positiv wird von den Forschern um Bonaventura Clotet vom Universitätskrankenhaus in Barcelona auch die vielfach deutlich steigende Zahl von CD4-Immunzellen bewertet, die eine gute Einschätzung des Krankheitsverlaufs ermöglichen. Bei den Darunavir-Patienten lag die Konzentration im Schnitt bei 102 Zellen pro Mikroliter im Vergleich zu nur 19 Zellen in der Kontrollgruppe. Darunavir wird von Tibotec Pharmaceuticals hergestellt. Das Unternehmen sponsert die Studie, die aber von unabhängigen Wissenschaftlern erstellt und von den Gesundheitsbehörden überwacht wird. (APA/AFP)

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