Bio bis zum Osterhasen

24. April 2007, 19:50
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Welche Eier besser und gesünder sind, welche Farben als be­denklich eingestuft wer­den und worauf man überhaupt beim "Bio-Nesterl" achten sollte - Mit Download

Michaela Knieli von der Umweltberatung muss nicht lange nachdenken: "Die beste Qualität haben sicher Bio-Eier, da die Tiere artgerecht gehalten werden." Das bessere Ergebnis ist messbar: "Bio-Eier haben ein deutlich höheres Dottergewicht, einen deutlich höheren Lecithingehalt und auch der Gehalt an Carotinoiden ist bei Bio-Eiern höher."

Großteil der Eier aus Käfig - und Bodenhaltung

"Der Großteil ist immer noch aus Boden- und Käfighaltung, da das die günstigste Form der Haltung darstellt." 68 Prozent der Eier sind somit "Industrieware". Diese landen erfahrungsgemäß nicht als Ei im Haushalt am Teller, sondern gelangen weitaus häufiger als "Osterstriezel" auf den reich gedeckten Tisch.

"Wir essen rund 233 Eier im Jahr, nicht einmal die Hälfte davon wird direkt gegessen. Die meisten sind in Kuchen, Desserts und Fertigprodukten enthalten. Da ist keine Kennzeichnung vorgeschrieben", so Michaela Knieli und als gschmackige Draufgabe: "Viele Eier kommen als Eipulver oder pasteurisiertes Fertigei aus dem EU-nahen Ausland."

Eier aus Käfighaltung

Wer eine artgerechte Tierhaltung beim Eierkauf unterstützen möchte sollte Eier aus Käfighaltung meiden. "Die Tiere haben kaum Platz. Es ist sehr laut, da die Käfige übereinander gestapelt werden und die Luft ist durch die ätzenden Dämpfe der Exkremente sehr schlecht. Zusätzlich erhalten die Hühner häufig Antibiotika." Die Käfighaltung ist heute noch eine gängige Haltungsmethode und erst ab 2012 in Europa verboten.

"Eier aus Bodenhaltung"

Das klingt schon artgerechter, ist es aber nicht: Die Tiere hätten zu wenig Platz, die Schnäbel würden wegen der daraus resultierenden Verletzungsgefahr gestutzt. Das Picken und Scharren sei nicht möglich, auch nicht das "Sandbad" das die Tiere brauchen, so die Expertin. Zusätzlich werde die Legezeit der Hennen durch künstliches Licht verlängert. Das bedeute Stress für die Tiere.

"Bio" und "Eier aus Freilandhaltung"

Da haben es die Hühner schon weit besser. Die Tiere können sich artgerecht bewegen: Picken und scharren, Sandbäder nehmen. "Der einzige Unterschied zwischen Bio und Freilandhaltung ist das Futter. Bei Bioeiern hat man die Sicherheit, dass die Tiere gentechnikfreies Biofutter erhalten", so Knieli.

Bedenkliche Farbstoffe

Greenpeace Österreich warnt vor den sogenannten "Azofarbstoffen", die auch zum Eierfärben eingesetzt werden. "Diese Farbstoffe sind zum Färben von Lebensmitteln erlaubt, manche werden aber für Allergiker und Asthmatiker als bedenklich eingestuft", erklärt die Ernährungswissenschafterin von der Umweltberatung. Zu diesen Farbstoffen zählen vor allem Gelb -, Orange- und Rottöne, wie Amaranth(rot), Erythrosin(rot) oder Chinolin und Tartrazin(gelb). Bedenklich findet die Expertin die Farbstoffe weniger bei Ostereiern, da diese bekanntermaßen nicht häufig gegessen werden. "Viel bedenklicher sind Azofarbstoffe in Getränken und Süßigkeiten, die man regelmäßig zu sich nimmt."

Trend zu kleinen Wachteleiern

Der Trend zu den kleinen getupften Wachteleiern stimmt Andreas Sax von 4 Pfoten bedenklich: "Wachteleier sind nicht empfehlenswert. Die Haltungsbedingungen sind in Österreich aus gesetzlicher Sicht ein offenes Feld und keinesfalls tierschutzkonform."

Alternativen: Naturfarben im Kressenest

"Ein knallrotes Ei, wie mit Lebensmittelfarben gefärbt, wird man mit Naturfarben nicht erreichen", meint Michaela Knieli. Ein schönes Gelb kann aber mit Curcuma erzielt werden. Ein sattes Rotbraun liefert ein Sud aus Zwiebelschalen und getrocknete Heidelbeeren können für violette Eier verwendet werden. Wer zusätzlich kein künstliches Gras kaufen möchte, kann Kresse oder andere Topfkräuter als "Nest" benutzen. (Andrea Niemann)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Bedenkliche Farbstoffe

    E 104 Chinolingelb, allergische Reaktionen

    E 110 Gelborange (Azo-Farbstoff), allergische Reaktionen

    E 127 Erythrosin rot Allergien, Verdacht auf Schilddrüsentumoren bei Tieren, Verdacht auf Hyperaktivität bei Kindern

    E 160b Bixin, Annato, Norbixin, orange, allergische Reaktionen

    E 102 Tartrazin (Azo-Farbstoff), zitronengelb, für Allergiker bedenklich

    E 122 Azorubin (Azo-Farbstoff), rot, für Allergiker bedenklich

    E 123 Amaranth (Azo-Farbstoff) rot, für Allergiker bedenklich - sehr eingeschränkt zugelassen

    E 127 Erythrosin, rot, Allergien, Verdacht auf Schilddrüsentumoren bei Tieren, Verdacht auf Hyperaktivität bei Kindern

    E 128 Rot, sehr eingeschränkt zugelassen, für Allergiker bedenklich

    E 129 Allurarot AC (Azo-Farbstoff), rot, Verhaltensveränderung im Tierversuch (Hyperaktivität), für Allergiker bedenklich

    E 133 Brillantblau blau gilt als bedenklich

  • 0= biolog. Landwirtschaft
1= konventionelle Freilandhaltung
2= Bodenhaltung
3= Käfighaltung
    foto: ama

    0= biolog. Landwirtschaft
    1= konventionelle Freilandhaltung
    2= Bodenhaltung
    3= Käfighaltung

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