Hamburg bekommt Weltrang-Konzerthaus

3. April 2007, 13:13
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Baubeginn für die Elbphilharmonie - Glasgebäude wird auf altem Kakaospeicher in der Hafencity errichtet

Hamburg - Baustart für die Hamburger Elbphilharmonie: Nach jahrelangen Planungen wird am Montag der Grundstein für den kulturellen Prestigebau gelegt. Das spektakuläre Gebäude aus Glas nach den Entwürfen der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron soll auf einem alten Kakaospeicher in der Hafencity errichtet werden. Trotz erheblicher Mehrkosten hatte die Hamburger Bürgerschaft Ende Februar einstimmig für den Bau des rund 240 Millionen Euro teuren Prestigeprojektes gestimmt.

"Mit der Elbphilharmonie erhält Hamburg die Chance, eine Kulturmetropole von Weltrang zu werden", sagte Kultursenatorin Karin von Welck. Die Begeisterung für das Projekt sei in der Hansestadt so groß, dass innerhalb von nur eineinhalb Jahren Spendengelder in Höhe von 64 Millionen Euro gesammelt wurden.

"Etwas ganz Großes"

Um den hohen Anspruch zu unterstreichen, reiste Anfang der Woche eine Delegation zusammen mit dem Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks (NDR) nach New York. In der Carnegie Hall präsentierte das zukünftige Residenzorchester der Elbphilharmonie unter seinem Chefdirigenten Christoph von Dohnányi Werke von Komponisten, die auf vielfältige Weise mit Hamburg verbunden sind. "Diese Halle wird die Kulturstadt Hamburg verändern. Wir gehen auf etwas ganz Großes zu", meinte Dohnányi im Vorfeld der Reise. Am Mittwoch (28. März) wird die Elbphilharmonie amerikanischen Kulturschaffenden, Politikern und Journalisten in der Carnegie Hall präsentiert.

Auch dem designierten Intendanten der Elbphilharmonie, Christoph Lieben-Seutter, der derzeit noch das Konzerthaus in Wien leitet, schwebt Großes vor. "Meine Devise ist: Es darf keiner enttäuscht aus dem Haus gehen", sagte der 43-Jährige bei seiner Vorstellung im Hamburger Rathaus. Seine größte Herausforderung werde es sein, neues Publikum für die klassische Musik zu begeistern. Neue Musik, ausgefallenes Repertoire und unbekannte Künstler sollen in dem 2.200 Zuschauer fassenden Konzertsaal ebenso zu hören sein wie Schlager, Jazz und die großen Stars. "Wir wollen kein Programm für ein elitäres Publikum, sondern ein Programm für alle machen", meinte Lieben-Seutter, der auch die Leitung der historischen Laeiszhalle - früher Musikhalle genannt - übernehmen wird. Im Wiener Konzerthaus hatte der Österreicher mit diesem Rezept großen Erfolg.

Eröffnung im Sommer 2010

Die Übergabe des Konzertbereichs erfolgt im Herbst 2009, im Sommer 2010 soll die Elbphilharmonie mit einem Festival eröffnet werden. Der Bau der Elbphilharmonie - neben dem Konzertsaal entstehen noch ein Luxushotel und Eigentumswohnungen - wird für den Baukonzern Hochtief ingenieurtechnisch und logistisch eine besondere Herausforderung, alle Bauabschnitte können im Internet über eine Webcam verfolgt werden.

Im Innern entsteht das zukünftige Parkhaus, über eine Rolltreppe gelangen die Besucher auf das Dach des Speichers in 37 Meter Höhe, der zukünftigen Plaza der Elbphilharmonie. Die Aussichtsplattform steht allen Bürgern offen und bietet einen einzigartigen Blick über den Hamburger Hafen. (APA/dpa)

  • Artikelbild
    foto: www.elbphilharmonie.de
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