Viele Soldaten wegen Uranmunition erkrankt

9. April 2007, 13:00
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"Repubblica": 70 Prozent der Rückkehrer brauchen vorsorgliche Eingriffe an der Schilddrüse - Senatskommission will Aufklärung

Rom/Wien - Zahlreiche italienische Armeeangehörige, die von Auslandseinsätzen zurückgehrt sind, hätten sich wegen Verseuchung mit abgereichtem Uran an der Schilddrüse operieren lassen müssen. Das berichtete ein vom Balkan zurückgekehrter italienischer Soldat, der seit einiger Zeit unter medizinischer Beobachtung steht, nach Angaben des Vertreters der italienischen Militär-Beobachtungsstelle, Domenico Leggiero.

Wie die italienische Tageszeitung "La Repubblica" in der Nacht auf Freitag in ihrer Internetausgabe weiter schrieb, mussten sich laut dem Soldaten 70 Prozent der Rückkehrer vorsorglich Eingriffen an der Schilddrüse unterziehen. Leggiero wollte diese Zahl nicht bestätigen, er forderte aber, dass Licht in diese Angelegenheit gebracht werde.

Untersuchungskommission

Das ist auch das Ziel einer Untersuchungskommission des Senats über die Auswirkungen von in Munition verwendetem abgereichertem Uran, die von der Alt-Kommunistin Lidia Menapace geleitet wird. Das Gremium will vor allem statistische Datenanalysen sammeln, um eine objektive und offizielle Bewertung abgeben zu können.

Bis jetzt gibt es laut Leggiero keine gesicherten Zahlen über die Opfer. Es seien 45 Soldaten gestorben und 515 an Leiden erkrankt, die auf den Kontakt mit abgereichertem Uran zurückzuführen seien. Dieses Material wurde von der NATO vor allem am Balkan massiv eingesetzt. Das italienische Verteidigungsministerium hat allerdings unterschiedliche Opferzahlen angegeben. (APA)

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    Viele heimkehrenden italienische Soldaten leiden laut "La Repubblica" an den Folgen der Strahlung von Uran-Munition.

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