Geköpfte Frauenleiche: 15 Jahre Haft für Mutter in Linzer Mordprozess

25. März 2007, 20:17
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43-Jährige in Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen - Urteil nicht rechtskräftig

Linz - Im Mordprozess um eine Frauenleiche ohne Kopf ist die 43-jährige Angeklagte Donnerstagabend zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Sie muss in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Der Frau aus Niederösterreich war vorgeworfen worden, ihre 21-jährige Tochter im Jänner 2006 getötet und in die Donau geworfen zu haben. Der Verteidiger der Beschuldigten meldete Nichtigkeitsbeschwerde an, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

Einweisung in Anstalt

Die Geschworenen sprachen die Frau mit 7:1 Stimmen des Mordes und einstimmig der Störung der Totenruhe schuldig. Sie entschieden zudem, dass sie zurechnungsfähig gewesen sei. Die Einweisung in eine Anstalt begründete die Richterin mit der "hochgradig potenziellen Gefährlichkeit" der Angeklagten.

Sowohl mehrere Indizien als auch Zeugen sowie Sachverständige hatten die Frau, die sich nicht schuldig bekannte, massiv belastet. In der Verhandlung machte sie einen physisch und psychisch stark beeinträchtigten Eindruck. Der Staatsanwalt sprach davon, dass die 43-Jährige die Tat gezielt geplant, ausgeführt und anschließend mehrere Versuche unternommen habe, sie zu verschleiern. Dieser Ansicht schloss sich auch der zuständige Gerichtsmediziner an.

Nahverhältnis

Kriminalpsychologe Thomas Müller erklärte, dass die Umstände auf ein Nahverhältnis zwischen Opfer und Täter und ein Tötungsdelikt im persönlichen Bereich schließen ließen. Zum Tatzeitpunkt soll die Beschuldigte laut Gutachten zurechnungsfähig gewesen sein. Ihr Verteidiger forderte einen Freispruch, da nicht genügend Beweise vorgelegt und die vier Hauptfragen, wann, wie, wo und warum sich die Tat abgespielt habe, nicht beantwortet worden seien.

Straßenarbeiter hatten die verstümmelte Leiche der jungen Frau bei Sarmingstein (Bezirk Perg) in Oberösterreich in der Donau treibend gefunden. Mehrfach war versucht worden, das Opfer unkenntlich zu machen: Erst wurde die Tote mit Benzin übergossen und angezündet, dann wurden ihr der Kopf und die Hände abgetrennt. Erst nach Tagen konnte die Ermordete durch ihre auffälligen Tätowierungen identifiziert werden, vom Kopf fehlt bis heute jede Spur. (APA)

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