Filmriss

27. März 2007, 17:00
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Stephan Hann zeigt im Wiener MAK Maßgeschneidertes aus Materialien, die normalerweise in der Mülltonne landen

Aus Abfall Kunstwerke erschaffen: Diese Idee ist zugegebenermaßen nicht ganz frisch. Pop-Art-Künstler hatten sie genauso wie die Straßenkinder in Dakar oder Johannesburg. Der Berliner Modekünstler Stephan Hann, der hauptberuflich bei Daniel Swarovski in Berlin arbeitet, orientiert sich an Letzteren. Aus Plasticksackerln, Zelluloidstreifen, Champagneretiketten oder Tetra-Packungen bastelt er "Materialkleider" - 40 an der Zahl zeigt er derzeit in der Studiensammlung Textil des Wiener MAK. Aus wertlosen Materialien entstehen dabei "wertvolle Kreationen": Aneinandergereihte Champagnerkapseln kriegen den Charakter einer Rüstung, Getränkeverpackungen von Tetra-Pack finden sich in ausgefallenen Gewändern wieder, ein Minikleid ist aus französischen Militärportemonnaies genäht. Und weil der gelernte Herrenmaßschneider Hann seine Kindheit direkt an der Mauer verbracht hat, findet sich in der Sammlung auch ein Rock aus Fotografien der ehemaligen DDR - damit das Ganze auch einen hübschen Kunst-Anstrich bekommt. (hil/Der Standard/Rondo/23/03/2007)
  • Stephan Hanns "Recycling-Couture" bis 15. 7. im MAK
    foto: hersteller

    Stephan Hanns "Recycling-Couture" bis 15. 7. im MAK

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