Klinischer Assistent mit Tragegriff

29. Mai 2007, 21:08
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Ein von ihm gemeinsam mit Motion Computing entwickelter Mobile Clinical Assistent (MCA) soll dem Pflegepersonal in Krankenhäusern mehr Zeit für die Patienten verschaffen

Der Chiphersteller Intel hat seit einiger Zeit das Gesundheitswesen als neues Geschäftsfeld entdeckt. Ein von ihm gemeinsam mit Motion Computing entwickelter Mobile Clinical Assistent (MCA) soll dem Pflegepersonal in Krankenhäusern mehr Zeit für die Patienten verschaffen.

Verbesserungen

"Wie in vielen anderen Bereichen kann die Informationstechnologie auch im Gesundheitswesen dazu beitragen, das Arbeitsumfeld qualitativ zu verbessern, Kosten zu sparen, aber gleichzeitig auch mehr Zeit für die Betreuung der Patienten zu gewinnen", ist Hannes Schwaderer, Intel-Geschäftsführer für Deutschland, Österreich und die Schweiz überzeugt. Dass hinter dem "Digital Health" Engagement des weltgrößten Chipherstellers natürlich auch ein Wachstumsmarkt steckt, will er dabei gar nicht verschleiern: So hätten die Ausgaben für das Gesundheitswesen im Jahr 2005 allein in den USA 15 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) ausgemacht. 2025 sollen es bereits 25 Prozent des BIP sein.

Mobile Clinical Assistant (MCA)

Eines der ersten Produkte, die Intel in Zusammenarbeit mit Motion Computer speziell für das Gesundheitswesen entwickelt hat, ist der Mobile Clinical Assistant (MCA). Nach Pilotstudien in Großbritannien, USA und Singapur kommt die MCA-Plattform jetzt auch erstmals in Deutschland an der Asklepios-Klinik Barnbeck zum Einsatz. Mit rund 80 eigenen Häusern zählt Asklepios zu einem der größten privatwirtschaftlich tätigen Klinikunternehmen Deutschlands. Alle Einheiten sind an ein zentrales IT-System angeschlossen.

Ein leichter Tablet-PC

Der MCA ist im Prinzip ein leichter (1,5 Kilogramm) Tablet-PC - natürlich mit einem Prozessor von Intel. Von herkömmlichen Tablets unterscheidet ihn das Display, das auch Desinfektionsmittel verkraftet und eingebaute Barcode- sowie RFID-Scanner für die Übernahme von Patientendaten oder das Erfassen von Medikamenten. Auch eine Kamera für die gesetzlich vorgeschriebene Wund-Dokumentation von Verletzungen ist eingebaut. Das Gehäuse ist mit einem stabilen Tragegriff versehen.

Via Wireless LAN können Ärzte und Pflegepersonal auf aktuelle Patientendaten, Röntgenaufnahmen und Behandlungsanordnungen zugreifen. Dass die Patienten ein Armband mit einem RFID-Chip tragen, dient unter anderem zu ihrer eindeutigen Identifikation.

Zeitersparnis

"Die an den Pilotprojekten beteiligten Ärzte haben uns gesagt, dass sie mit dem Mobile Clinical Assistant täglich zwei Stunden Zeit einsparen können, die sie bisher dafür verwendet haben, Röntgenbilder zu organisieren, Akten zu finden, Untersuchungen wiederholen zu müssen, da die Ergebnisse verloren gingen etc.", berichtet Schwaderer. Die so gewonnene Zeit komme den Patienten zugute.

Risiken oder Chancen

Dass mit dem vermehrten Einsatz von Informationstechnologie im Gesundheitswesen der "gläserne" Patient einhergehe, will der Intel-Manager nicht gelten lassen: "Man kann die Risiken sehen oder die Chancen. Was spricht eigentlich dagegen, seine Notfalldaten, Informationen über Allergien, Arzneiunverträglichkeiten etc. auf einer elektronischen Gesundheitskarte zu speichern?", wundert sich Schwaderer. "Das kann doch lebensrettend sein."(Karin Tzschentke/DER STANDARD, Printausgabe vom 20.3.2007)

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