Behandelbares Problem Bettnässen

12. Juli 2007, 16:48
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Experte: Nur ein Bruchteil der 60.000 betroffenen Kinder in Österreich kommt in ärztliche Behandlung - Therapie ist aber bei 80 und mehr Prozent erfolgreich

Wien - Rund 60.000 Kinder über fünf Jahren sind in Österreich vom Bettnässen betroffen. "Das sind in jeder Volksschulklasse zwischen zwei und drei Kindern. Es sind aber nur maximal fünf bis sieben Prozent davon, die zum Kinderarzt oder zum Urologen kommen", kritisierte am Urologe Günter Primus (Medizinische Universität Graz).

Gute Erfolgsaussichten

Dabei sind die Erfolgsaussichten einer Behandlung dieser vor allem durch die familiären, psychischen und sozialen Konsequenzen unangenehmen Erkrankung ausgesprochen gut. 80 Prozent der Betroffenen sprechen auf die Behandlung an.

Enuresis nocturna

Als Enuresis nocturna wird Bettnässen mindestens zwei Mal im Monat bei Kindern nach dem fünften Lebensjahr definiert, wenn es sonst keine Unregelmäßigkeiten mit der Miktion gibt. Psychische Störungen im Hintergrund sind als primäre Ursache selten, das Problem wird allerdings oft sekundär zu einer erheblichen Belastung. Primus: "Bei den Fünfjährigen sind 15 bis 20 Prozent Bettnässer, bei den Zehnjährigen fünf Prozent und unter den Jugendlichen immer noch zwei Prozent."

Ursachen und Behandlung

In vielen Fällen steckt eine hormonelle Fehlsteuerung dahinter, bei welcher die sonst in der Nacht erhöhte Bildung des antidiuretischen Hormons (ADH) nicht erfolgt. Das reduziert normalerweise beim Menschen die Harnproduktion in der Nacht. Das fehlende Hormon kann über über Tabletten ersetzt werden. Der Urologe: "Nur 20 Prozent der Behandelten sprechen nicht ausreichend darauf an." Ärztliche Diagnose und einfache Harn- und Ultraschalluntersuchungen sowie das Führen eines Miktionsprotokolls über einige Tage hinweg sind die Vorbedingung für die Behandlung. Seit kurzem gibt es für Kinder auch Einweg-Unterhosen, um ihnen das Windeltragen zu ersparen. (APA)

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