Nächstes Kapitel des Niedergangs

23. März 2007, 11:37
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GAK-Präsident will gegen Chaos-Fans vorgehen - Koll­mann: "Vollidioten scha­den dem Image des Fuß­balls" - Sturm-Boss Rinner erleichtert

Graz - Der Niedergang des GAK hat sich auch am Sonntag im Grazer Derby gegen Sturm fortgesetzt. Nach den zahlreichen schlechten Nachrichten in den vergangenen Wochen gab es mit der 0:2-Pleite im Lokalschlager den nächsten sportlichen Tiefschlag - fast so weit wie von der Lizenz fürs kommende Spieljahr ist der GAK nun auch vom Vorletzten Altach (sechs Punkte) entfernt.

"Weiterkämpfen und nicht auf die Tabelle schauen", gab GAK-Trainer Lars Söndergaard als Parole aus. Auch Kapitän Roland Kollmann zeigte sich kämpferisch: "Aufgegeben wird noch lange nicht, es stehen noch elf Spiele auf dem Programm." Für Sturm war es hingegen ein echter Befreiungsschlag. Die auch finanziell in einer weitaus besseren Situation als der GAK dastehenden "Blackies" weisen nun acht Punkte Vorsprung auf den GAK auf. "Das Wasser ist weg vom Mund hinunter Richtung Hals gesunken", meinte ein erleichterter Präsident Hans Rinner, der am Sonntag seinen 44. Geburtstag feierte und die erste Spielhälfte im Sturm-Fansektor verbrachte.

Rinner hofft, dass der GAK den Klassenerhalt dennoch irgendwie zu Stande bringt. "Es wäre sehr, sehr schade, wenn der GAK absteigen würde. Das Derby ist eines der wichtigsten Dinge für uns."

Rauchbomben im GAK-Fanblock

Als hätte der GAK nicht schon genug Probleme am Hut, legten einige "Fans" beim Derby noch nach. Zahlreiche Rauchbomben wurden im GAK-Fanblock gezündet und sorgten für Unterbrechungen, nur dem Fingerspitzengefühl von Schiedsrichter Konrad Plautz und der Überzeugungskunst der GAK-Offiziellen war es zu verdanken, dass die Partie nach etwas mehr als einer halben Stunde nicht abgebrochen worden war. Zudem drohen dem finanziell ohnehin bereits schwer angeschlagenen GAK empfindliche Geldstrafen.

Dementsprechend sauer war Präsident Stephan Sticher: "In dieser schwierigen Situation kann ich unsere Fans nicht verstehen. Sie haben uns mit ihren Aktionen noch weiter in Bedrängnis gebracht. Wir werden versuchen, von der der Polizei Videos zu bekommen, um die Missetäter auszuforschen und sie mit einem Stadionverbot zu belegen." Kollmann fand deutliche Worte: "Wenn alle paar Minuten das Spiel unterbrochen wird, kann man keinen Spielfluss finden. Diese paar Vollidioten schaden dem Image des Fußballs."

Skoro aus dem Kader geworfen

Zudem kam die Aufregung, dass sich Stürmer Alen Skoro weigerte, auf der Ersatzbank Platz zu nehmen und deshalb von Coach Lars Söndergaard aus dem Kader geworfen wurde. Sticher meinte über den bosnischen Problemfall: "Sein Verhalten wird Konsequenzen in aller Art haben." Wie es ausschaut, dürfte man Skoro nicht mehr im GAK-Trikot sehen.

Sportlich gab es am Sieg der spielerisch klar überlegenen Sturm-Truppe nichts zu rütteln, der frühe Treffer durch Thomas Krammer (3.) und die späte Entscheidung durch Bojan Filipovic (91.) sorgten für klare Verhältnisse. Der starke Mario Haas, der sich ärgerte, dass er vor den Augen von Teamchef Josef Hickersberger trotz zahlreicher Chancen nicht ins Tor traf, meinte sogar: "Wir spielen den schönsten Fußball Österreichs." Sein Coach Franco Foda war lediglich mit der schwachen Chancenauswertung nicht zufrieden: "Ansonsten war der Sieg absolut verdient."

Söndergaard, dessen Truppe lediglich in den zehn Minuten vor der Pause Oberwasser hatte, analysierte hingegen enttäuscht: "Für uns hatte das Spiel einen blöden Verlauf. Wir wollten zu Beginn in unserer schwierigen Situation Ruhe gewinnen, aber das schnelle Gegentor hat uns völlig aus dem Konzept gebracht. Danach hatte wir nicht die nötige Qualität, die wenigen Chancen zu nützen." Der Däne setzt nun auch auf die Rückkehr des gesperrt gewesenen Samir Muratovic.(APA)

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    Kein Durchblick beim GAK.

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