Pilz:"Zehn Flieger zu viel"

26. März 2007, 11:24
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Grüner Ausschussvorsitzender Pilz verweist auf Akt

Wien - Acht Flugzeuge würden reichen, sagt Peter Pilz, höchstens neun. Das sei nicht seine eigene Einschätzung, so der grüne Vorsitzende des Eurofighter-Ausschusses, sondern jene des Verteidigungsministeriums. Mit höchstens neun Eurofightern (oder Flugzeugen eines anderen Herstellers) könne die komplette Luftraumüberwachung für Österreich sichergestellt werden. Pilz beruft sich dabei auf einen Akt aus dem Verteidigungsministerium sowie auf die Aussage von Karl Hofer, Beamter im Verteidigungsministerium und Mitglied der Bewertungskommission.

Tageszeit-Flieger

Im Jahr 2003 wurde im Verteidigungsministerium der Bedarf an Luftraumüberwachungsflugzeugen (Lfz) für Österreich erhoben. In dem Schriftsatz heißt es in Bezug auf die Eurofighter, dass für eine eingeschränkte Luftraumüberwachung ("grundsätzlich nur während der Tageszeit") an 365 Tagen der Bedarf von einer Einsatzbereitschaft gegeben ist. Das sind zwei startklare Flugzeuge und eines in Reserve.

Für eine zusätzliche "qualitative oder quantitative Verstärkung der eingeschränkten Luftraumüberwachung" an 40 Tagen sei eine weitere Einsatzbereitschaft mit zwei startklaren Flugzeugen und einem in Reserve notwendig. Damit sei auch eine Verlängerung der bestehenden Einsatzbereitschaft während der Nachtstunden abgedeckt.

Resümee: "Daraus folgt ein max. Bedarf an 6 einsatzbereiten Lfz!" Unter Annahme eines "Klarstands" von 70 Prozent (weil andere Flugzeuge gerade in der Wartung sind) "sind 8-9 Luftraumüberwachungsflugzeuge in Österreich erforderlich, um diese erhöhte Einsatzbereitschaft abzudecken."

Pilz: "Das heißt, Österreich hat nach Berechnungen des Verteidigungsministeriums mindestens zehn, vielleicht sogar zwölf Eurofighter zu viel bestellt." Belegt werde diese Annahme auch durch die Aussage des Ministeriumsbeamten Hofer, der im Ausschuss bestätigte, dass für die Luftraumüberwachung acht bis neun Flugzeuge ausreichend seien. Auch eine klassische "Luftraumsicherungsoperation" etwa beim Weltwirtschaftsforum in Davos sei mit dieser Anzahl für ein bis zwei Tage zu bewerkstelligen.

Den bestellten Überbestand an Flugzeugen kann sich Pilz nur damit erklären, dass aus der Tranche zwei insgesamt zehn Eurofighter offensichtlich für internationale Einsätze vorgesehen sind. Pilz: "Das ist eine Sauerei." (Michael Völker, DER STANDARD, Printausgabe, 19.3.2007)

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