Unstimmigkeiten zwischen Washington und Pjöngjang vor Gesprächen

20. März 2007, 12:34
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US-Gesandter Hill zuversichtlich

Peking - Vor den am Montag in Peking beginnenden Sechs-Parteien-Gesprächen über das nordkoranische Atomprogramm gibt es weiter Unstimmigkeiten um die US-Finanzsanktionen gegen das Land. Während sich der US-Gesandte Christopher Hill am Sonntag zuversichtlich zeigte, dass Nordkorea wie zugesagt seinen Atomreaktor schließen werde, forderte der nordkoreanische Unterhändler erneut ein Ende der US-Maßnahmen. Andernfalls werde das Land sein Atomprogramm nicht einstellen, sagte der nordkoreanische Atom-Unterhändler Kim Kye Gwan am Samstag bei seiner Ankunft in Peking.

Bei einem am 13. Februar erzielten Durchbruch hatte Nordkorea zugesagt, seinen Reaktor in Yongbyon zu schließen und Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde binnen 60 Tagen Zugang zu verschaffen.

"Ich denke, wir liegen im Zeitplan für die Schließung der Anlagen und die Überwachung durch die IAEA", erklärte Hill am Sonntag. Er zeigte sich auch zuversichtlich, dass der Konflikt um die eingefrorenen nordkoreanischen Konten bei einer Bank in Macao gelöst sei und bei der am Montag beginnenden Gesprächsrunde keine Rolle mehr spielen werde. Er rechne "sehr bald" mit einer Ankündigung in Bezug auf die rund 24 Millionen Dollar, erklärte Hill. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinuha berichtete, China und die USA hätten eine Lösung für das Problem gefunden.

Andere Vertreter gaben sich jedoch weniger optimistisch und erklärten, die bei der Banco Delta Asia (BDA) deponierten Gelder könnten sich weiterhin als Hindernis erweisen. "Nordkorea beharrt darauf, dass die USA nicht das getan haben, was sie hätten tun sollen in Bezug auf die BDA", sagte ein japanischer Diplomat, der an Arbeitsgesprächen am Sonntag teilnahm.

Die Behörden Macaos hatten die nordkoreanischen Gelder wegen US-Ermittlungen gegen die BDA gesperrt. Die Bank soll der Regierung in Pjöngjang dabei geholfen haben, Gewinne aus Geschäften mit gefälschten Dollar zu waschen. Nordkorea hatte die Freigabe der Konten zu einer Bedingung für die Stilllegung eines Atomreaktors gemacht, der waffenfähiges Plutonium produziert. Dem hatten die USA Mitte Februar zugestimmt.

Vor wenigen Tagen beendete die US-Regierung die Ermittlungen gegen die BDA. Das ermöglicht Macao, Guthaben in Millionenhöhe freizugeben. Bei der Einstellung des Verfahrens verboten die USA heimischen Banken, mit der BDA zusammenzuarbeiten. China bezweifelte daraufhin, dass mit der US-Entscheidung der Streit um die Finanzsanktionen fristgerecht vor Beginn der nächsten Atom-Verhandlungsrunde beigelegt sei. (APA/Reuters)

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