Prozess um geköpfte Frauenleiche: Angeklagte von Zeugen belastet

19. März 2007, 14:28
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Nachbarin erzählte, dass sich Mutter bei ihr über Verbrennung einer Leiche ohne Bestattung erkundigt habe

Linz - Im Mordprozess um eine geköpfte Frauenleiche ist die Angeklagte am Freitag im Landesgericht Linz durch die Zeugenaussagen belastet worden. Der Staatsanwalt hat die 43-jährigen Niederösterreicherin angeklagt, sie habe im Jänner vergangenen Jahres ihre damals 21-jährige Tochter getötet, versucht, sie zu verbrennen, dann geköpft und in die Donau geworfen. Sein Vorwurf, sie habe die Tat gezielt geplant, ausgeführt und anschließend mehrfach versucht, sie zu verschleiern, scheint durch die Aussagen am Freitag bestätigt worden zu sein.

Eine Nachbarin berichtete, Tage vor dem mutmaßlichen Todeszeitpunkt der Tochter habe sich die Angeklagte erkundigt, wie man eine Leiche ohne Einschaltung eines Bestattungsinstitutes oder des Friedhofes verbrennen könne. Ein Tankwart schilderte, sie habe zwei Fünf-Liter-Kanister Benzin befüllen lassen, das habe sie zuvor nie getan. Die Kanister waren später bei der Leiche gefunden worden.

"Weltreise"

Die Angeklagte hatte nach dem mutmaßlichen Todeszeitpunkt ihrer Tochter mehreren Personen, darunter ihrem Ex-Mann erzählt, sie sei auf Weltreise gegangen. Sie werde nun mehrere Monate lang weg sein. Der Vermieterin des Zimmers, in dem die Tochter wohnte, ist allerdings aufgefallen, dass die junge Frau nichts von ihren Sachen auf die angebliche Weltreise mitgenommen habe. Die Mutter versuchte auch, mit der Version der Weltreise zu verhindern, dass der Vater eine Abgängigkeitsanzeige bei der Polizei erstattet, beziehungsweise, dass die Beamten eine aufnehmen.

Der Geschwornenprozess wird am kommenden Montag unter anderem mit der Erläuterung von Gutachten fortgesetzt. Ob auch schon ein Urteil gefällt wird, war am Freitag noch nicht abzusehen. (APA)

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