Bollywood zum Nachlesen

15. März 2007, 19:28
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Klaus Tieber präsentierte mit "Passages to Bollywood" eine für Normalsterbliche lesbare Einführung

Dass Bollywoodfilme hierzulande oft als reines RTL-2 und Trashphänomen gesehen werden, tut Klaus Tieber weh. Sicher, gibt der Theater- und Filmwissenschafter zu: Das indische glutäugig-leidenschaftliche Fließbandfilmschaffen mit Schwerpunkt auf bunten Massentanz könne man auch aus der Spektakelperspektive betrachten. Aber ein bisserl kläglich, meint Tieber, sei diese eurozentristische Reduktion schon. Dass es auch andere Zugänge und Sichtweisen gibt, demonstriert Tieber schließlich seit mittlerweile drei Jahren, also länger, als der Hype in Europa grassiert, an der Uni Wien im Rahmen einer Lehrveranstaltung zum indischen Film. Weil es aber auch nicht-studentische Bollywood-Interessierte gibt, präsentierte Tieber Mittwochabend im Wiener Schikaneder-Kino mit "Passages to Bollywood" (Lit-Verlag) eine für Normalsterbliche lesbare Einführung in Geschichte, Idee und Hintergründe des Hindi-Films.. Und weil Tieber weiß, dass nur die Theorie ein bisserl grau ist, bat er dann zum Film. Mit Massentanz und glühenden Augen. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD - Printausgabe, 16. März 2007)
  • Bollywood nur dem Trashklamauk-Publikum zu überlassen wäre schade, meint Klaus Tieber.
    foto: thomas rottenberg

    Bollywood nur dem Trashklamauk-Publikum zu überlassen wäre schade, meint Klaus Tieber.

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