Gericht: Martin Wabl Klage gegen Kampusch-Mutter

19. März 2007, 14:27
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Pesionierter Richter hängt nach wie vor Theorie nach, Mutter sei in die Entführung der Tochter verwickelt gewesen

Graz - Im Bezirksgericht in Gleisdorf ist am Donnerstag der Fall Natascha Kampusch im Mittelpunkt gestanden. Martin Wabl, pensionierter Richter und Politiker, war als Kläger gegen Nataschas Mutter Brigitta Sirny aufgetreten. Er verfolgt nach wie vor die Theorie, die Mutter sei in die Entführung der Tochter verwickelt gewesen. Zur Verhandlung erschienen weder die Beklagte noch ihr Anwalt.

Martin Wabl ist wegen seiner Äußerungen bereits rechtskräftig verurteilt worden, reichte aber eine Klage zur Wiederaufnahme ein. Diesmal tritt er als Kläger und Brigitta Sirny als Beklagte auf. Beim Prozessauftakt in Gleisdorf waren rund zwei Dutzend Zuschauer anwesend, davon nur ein Teil Medienvertreter. Sirny und ihr Anwalt blieben der Verhandlung fern.

Der Richter nahm in erster Linie zu Protokoll, welche Zeugen Wabl, der in Begleitung des Detektivs Walter Pöchhacker gekommen war, im Laufe des Verfahrens hören möchte. Natascha Kampusch soll als Zeugin auftreten, ebenso ihr Vater. Dazu neun weitere Personen, die nach Wabls Angaben Hinweise auf eine behauptete Verstrickung der Mutter in die Entführung des Mädchens geben können. Unter anderem sollen mehrere Nachbarn von Brigitta Sirny aussagen, ein früherer Lebensgefährte sowie einer der damals ermittelnden Beamten.

Der Richter muss nun innerhalb von vier Wochen entscheiden, ob er der Wiederaufnahme des Verfahrens zustimmt und welche Zeugen er beantragt. Am Donnerstag schien es allerdings sehr wahrscheinlich, dass der Prozess stattfinden und auch Natascha Kampusch als Zeugin geladen wird. (APA)

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