Ein frischer Wind in der Königsklasse

19. März 2007, 13:27
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Hamilton, Kovalainen und Co: die Topteams setzen im Jahr eins nach Michael Schumacher auf junge Talente

Melbourne - Neue Gesichter werden die Formel-1-Saison 2007 entscheidend mitbestimmen. In Form des Briten Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) und des Finnen Heikki Kovalainen (Renault) fahren gleich zwei Debütanten für absolute Spitzenteams. Die Königsklasse sollte sich um ihre fahrerische Zukunft also auch nach dem Rücktritt von Rekordweltmeister Michael Schumacher keine Sorgen machen müssen. Wenngleich die neue Generation ihrer Vorschusslorbeeren zum Saisonstart am Sonntag in Melbourne erst gerecht werden muss.

"Die Herausforderungen in diesem Sport sind unglaublich, aber wir sind ihnen gewachsen", versicherte Hamilton. Der 22-Jährige bildet gemeinsam mit dem ebenfalls erst 25 Jahre alten Doppelweltmeister Fernando Alonso aus Spanien das jüngste Fahrergespann der Formel 1 - und sieht sein Team dennoch als einen der beiden WM-Favoriten Nummer eins. "Ferrari und McLaren sind die beiden Hauptanwärter auf den Titel", meinte der Engländer, der im Vorjahr die Nachwuchsserie GP2 dominiert hatte.

McLaren-Teamchef Ron Dennis hatte das Talent schon vor zehn Jahren erkannt und in sein Nachwuchsprogramm aufgenommen. "Er war schon damals extrem selbstbewusst", erinnerte sich Dennis an einen außergewöhnlichen Zwölfjährigen. Und das Selbsvertrauen hat er noch immer: "Eines Tages will ich Weltmeister werden" - wie sein großes Vorbild Ayrton Senna.

Hamilton ist ein guter Freund des Polen Robert Kubica (BMW-Sauber/22 Jahre) und des Deutschen Nico Rosberg (Williams/21), die schon in der vergangenen Saison überzeugt haben, und gilt im Gegensatz zu anderen Fahrer seiner Generation als harter, zielstrebiger Arbeiter. Wohl ein Grund, warum ihm McLaren auch ohne Testfahrer-Erfahrung so großes Vertrauen entgegenbringt. "Seine Einstellung wird ihn in der Formel 1 sehr weit nach vorne bringen", versicherte der ehemalige McLaren-Pilot David Coulthard.

Der Schotte - mit 35 Jahren der älteste Fahrer im Feld - warnte aber davor, das Supertalent zu verheizen. "Zuerst wird er mit seinem Teamkollegen verglichen. Das ist der Doppelweltmeister. Das wird Lewis einige schwierige Stunden bereiten", meinte Coulthard, der gemeinsam mit dem Australier Mark Webber (30) bei Red Bull Racing das älteste Fahrer-Gespann in der Königsklasse bildet.

Im Gegensatz zu Hamilton verfügt Kovalainen zumindest über ein Jahr Formel-1-Erfahrung als Renault-Ersatzfahrer. Nun hat der blonde Finne eine Chance, die nicht viele haben. Er sitzt im Weltmeister-Auto, tritt aber auch in große Fußstapfen - jene von Alonso. "Ich hoffe, ab dem ersten Rennen überraschen zu können", erklärte der 26-Jährige.

Seit 1961 hat kein Fahrer seinen allerersten Grand Prix gewonnen. Damals triumphierte der Italiener Giancarlo Baghetti in Frankreich. Vorerst sind Punkte beim Debüt in Australien aber das Minimalziel für Hamilton und Kovalainen.

Ferrari schickt mit Felipe Massa (25) und Kimi Räikkönen (27) ebenfalls das jüngste Duo seit 1968 (Chris Amon/NZL und Jacky Ickx/BEL) ins Rennen, beide Piloten haben allerdings bereits Grand Prix gewonnen. Der dritte F1-Debütant ist der Bayer Adrian Sutil, der für das neue niederländische Team Spyker (Nachfolger von Midland) fährt. Das Durchschnittsalter aller 22 Piloten beträgt 27,68 Jahre. Der einzige Österreicher, Alexander Wurz, liegt bei seinem Comeback mit 33 Jahren deutlich darüber.(APA)

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    Diese Box gehört einem der jungen Wilden: Robert Kubica.

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