Schild fuhr überraschend Bestzeit

14. März 2007, 13:15
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ÖSV-Damen im Abfahrtstraining von Lenzerheide dominant: Götschl Zweite, Fisch­bacher Dritte, Hosp Fünfte

Lenzerheide - Spätestens seit dem Abfahrtstraining am Dienstag ist klar, dass Renate Götschl im Kampf um den Gesamtweltcup beim Weltcup-Finale auf der Lenzerheide wohl nicht mehr viel mitzureden haben wird. Die Steirerin war nach Bestzeit am Montag zwar auch im zweiten Zeitlauf als Zweite (+0,38 Sekunden) stark, allerdings ging die Topzeit sensationell an die Gesamtweltcupführende Marlies Schild, Nicole Hosp landete mit zwei Fehlern auf Rang fünf (1,56). Die US-Amerikanerin Julia Mancuso fuhr die fünftschnellste Zeit, ließ aber ein Tor aus.

Auf die jungen Österreicherinnen wartet am Mittwoch (Rennen vorverlegt auf 11:45 Uhr) die schwierigste Weltcup-Abfahrt im ganzen Winter. "Das kann ich verstehen, dass die Jungen das so sehen. Ich zähle sie auch zu den schwierigsten, die Geschwindigkeit ist enorm, sie haben nach dem ersten Training ein paar Tore verändert und es ist ein bisschen besser geworden. Aber das hier ist keine typische Abfahrt wie Cortina", sagte Abfahrts-Weltcupsiegerin Götschl, die die große Kristallkugel deshalb auch abgeschrieben hat. "Schauts euch die Listen an, an den Gesamtweltcup brauche ich nicht mehr denken. Die Marlies und die Niki fahren hier herunter vorne mit, sie können ihre Technik voll ausspielen."

Schild: "Muss mich sehr überwinden"

Schild führt im Gesamtweltcup 15 Punkte vor Hosp, 51 vor Mancuso und 102 vor Götschl. Dass die Gewinnerin des Slaloms- und Super-Kombinations-Weltcup am Dienstag eine Bestzeit auf die Silvano-Beltrametti-Strecke knallte, war ihr möglicherweise auch nicht ganz geheuer, denn am Start war ihr schon etwas mulmig zumute: "Am Start muss ich mich da schon sehr überwinden. Es ist so schnell da herunter", sagte die Salzburgerin, die im Montag-Training noch "dreimal abgebremst" hat, "sonst wäre es sich nicht mehr ausgegangen." Natürlich wolle sie am Mittwoch um den Sieg mitfahren. "Ob es dann wirklich wieder so gut geht, kann ich nicht sagen. Ich werde sicher voll fahren, mit Taktieren geht gar nichts", sagte sie auch im Hinblick auf die große Kugel.

Das ist auch die Devise der Tirolerin Hosp. "Ich habe heute zwei große Fehler gemacht, es war nicht optimal. Die Zeit von Marlies bereitet mir deshalb kein Kopfzerbrechen." Die Abfahrt sei "eher von der sehr schwierigen Abteilung, die schwerste im ganzen Winter. Teilweise ist es so eng wie bei einem Riesentorlauf, dann wieder voll schnell, das macht es nicht einfach." Was den Gesamtweltcup betrifft, hatte sie schon am Sonntag in Zwiesel gemeint: "Ich glaube an mich, denn wenn ich das nicht tue, dann brauche ich keine Rennen zu fahren."

Mancuso "ein bisschen müde"

Als einzige ausländische Kontrahentin ist Mancuso noch im Rennen: "Ich versuche einfach, mich auf meine Rennen zu konzentrieren, denn sonst funktioniert nichts. Ich bin ein bisschen müde. Aber egal was passiert, ich hatte ein großartiges Jahr, und wenn ich im schlechtesten Fall Vierte der Welt werde, dann habe ich auch etwas Großes erreicht." Sie habe am Saisonbeginn viele Punkte liegen lassen, vor allem im Super G. Dass sie es trotzdem noch so weit gebracht habe, sei wunderbar.

Zur Ausgangslage vier Rennen vor Schluss meinte das US-Girl: "Für Renate wird es schwer, sie hat nicht gerade die besten Ergebnisse im Riesentorlauf. Auch wenn sie Abfahrt und Super G gewinnt, muss sie noch punkten. Aber ich glaube, dass noch alles passieren kann. Denn wenn sie die zwei Rennen holt, dann erhöht das den Druck auf den Rest von uns, gute Leistungen zu bringen."

Im Dienstag-Training gab es zwei schwere Stürze, während die Schweizerin Monika Dumermuth offenbar noch relativ glimpflich davonkam, wurde Abfahrts-Juniorenweltmeisterin Tina Weirather aus Liechtenstein mit Verdacht auf Knieverletzung mit dem Helikopter ins Spital geflogen. (APA)

Ergebnisse vom zweiten Training für die Damen-Abfahrt beim Weltcup-Finale auf der Lenzerheide am Dienstag:

1. Marlies Schild 1:23,20 Min. - 2. Renate Götschl +0,38 Sek. - 3. Andrea Fischbacher (alle AUT) 0,58 - 4. Maria Riesch (GER) 0,67 - 5. Nicole Hosp 1,56 - 6. Elisabeth Görgl (beide AUT) 1,74 - 7. Ingrid Jacquemod (FRA) 1,79 - 8. Catherine Borghi (SUI) 1,87 - 9. Marie Marchand-Arvier (FRA) 1,92 - 10. Fränzi Aufdenblatten 2,01 - 11. Nadia Styger (beide SUI) 2,02 - 12. Daniela Merighetti (ITA) 2,22 - 13. Alexandra Meissnitzer 2,28 - 14. Maria Holaus (beide AUT) 2,37 - 15. Stacey Cook (USA) 2,47. Ausgeschieden u.a. Tina Weirather (LIE) Wegen Torfehlers disqualifiziert u.a.: Julia Mancuso (USA/+ 0,81), Anja Pärsson (SWE/2,91)

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    Schild gibt Gas.

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