Panzernase, Samtpfote

12. März 2007, 21:47
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Wie die Vetmed den Panzernashörnern Sundari und Jange bei Fußerkrankungen und orthopädischen Fußproblemen hilft

Schmpf. Schmpf. Schmpf. Ganz, ganz leise. So klingt es, wenn Kolosse auf Samtpfoten umhergehen ? und die haben Sundari und Jange, die zwei Panzernashörner des Tiergartens Schönbrunn: Die Fußsohlen der bis zu zwei Tonnen schweren, einhörnigen Riesensäugetiere (Rhinoceros unicornis), deren dicke Hautfalten wie Panzerplatten aussehen, seien ?weicher als Nike Air?, lacht Theresia Licka vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW).

Weiche Pfoten, schweres Gewicht und harter Boden in Zoohaltung könnten der "Schönen",wie Rhinozeros-Mädchen Sundari übersetzt heißt, und ihrem Gefährten Jange ? beide kamen 2006 als Staatsgeschenk des Königreichs Nepal nach Wien ? wie vielen Rhinos in Zoos, auch zu schaffen machen: "Nashörner haben oft Fußerkrankungen", erklärt Tier-Orthopädin Licka, die an der VUW-Klinik für Orthopädie als Mitglied der Movement Science Group Vienna auch über Rhinos forscht. Das orthopädische Fußproblem ergibt sich daraus, dass die drei Zehen und der Hauptfußballen auf Beton ungleichem Druck ausgesetzt sind. Folge sind schmerzhafte Stellen. Das soll die Studie vermeiden helfen. Die Strabag hat "einen tollen, elastischen, rutschfesten Gummiboden ohne die kleinste Kante ins Nashornhaus hineingegossen", sagt sie. Nun werden mit einer Druckmessmatte Veränderungen der Fußabdrücke auf dem neuen Boden dokumentiert, um dann ideale Dämpfungseigenschaften für andere Zoos empfehlen zu können.(nim/DER STANDARD-Printausgabe, 13. März, 2007)

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    Sundari (4), eine Nepalesin in Wien

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