Schlüssel für die Zukunft

27. Juli 2007, 20:30
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John Naisbitts "Mindset" ist das altersweise Werk eines 78-Jährigen, der gut schreibt, viel weiß und damit viele Geschichten erzählen kann

Vor 25 Jahren schrieb John Naisbitt den Bestseller "Megatrends", der sich weltweit über neun Millionen Mal verkaufte. An einen solchen Erfolg anzuschließen ist natürlich nicht einfach. Das nun auch in Deutsch vorliegende Buch "Mindset" wurde in den USA bei den Lesern bei Weitem nicht so euphorisch aufgenommen.

Das mag darin liegen, dass "Mindset" das altersweise Werk eines 78-Jährigen ist, der gut schreibt, ein umfassendes Wissen hat und damit viele Geschichten erzählen kann. "The next big thing", das sich die Naisbitt-Fans vom Buch erhofften, ist da nicht drinnen. Stattdessen muss sich der Leser die Welt selbst zusammensetzen, mithilfe von elf Denkweisen, Mindsets eben. Diese fungieren als Werkzeuge, mit denen Naisbitt fünf "Bilder der Zukunft" entwirft; Entwürfe, die nicht unoriginell sind, aber auch keinen wirklich neuen Trend vorgeben:

Europa prognostiziert er eine Zukunft als touristischer Vergnügungspark. Am Beispiel Chinas zeigt er, dass, politikwissenschaftlich gesprochen, die Peripherie zum Zentrum wird. Aus politischen Grenzen werden Wirtschaftsgrenzen. Wahrgenommene Kultur wird (noch mehr) visuell, zeigt er am Beispiel von Design-Haushaltsgegenständen und der Online-Spielekultur.

Naisbitt verknüpft diese "Bilder der Zukunft" mit seinen Mindsets. Witziger ist, diese als Werkzeuge für die eigenen beruflichen und/oder privaten Perspektive zu begreifen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.3.2007)

John Naisbitt: Mindset! Wie wir die Zukunft entschlüsseln. Hanser Verlag 2007, Euro 20,50
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    John Naisbitt

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