Grüne Kritik an BZÖ-Grosz

11. März 2007, 15:06
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Bündnis-Chef soll als Deutschlandsberger Gemeinderat schwänzen

Graz - Kaum eine andere Partei schickt so viele Presseaussendungen pro Woche an steirische Redaktionen aus wie das BZÖ, das weder im Grazer Gemeinderat noch im steirischen Landtag ein Mandat hält. Im steirischen Büro des Falter führte die Mail- und Faxflut der Orangen und ihres Chefs, Gerald Grosz, sogar schon dazu, die Einschaltung eines Spamfilters anzudro-hen - vor allem weil es unhaltbare Anschuldigungen gegen Bettler seitens des BZÖ regnete.

Doch das ist selbstverständlich nicht die einzige Tätigkeit, der Grosz nachzukommen hat. Der Bündnischef ist nämlich auch Gemeinderat in der steirischen Bezirkshauptstadt Deutschlandsberg. Doch gerade dort sei er - so werfen ihm die Grünen vor - wenig anzutreffen. So habe man den Rechnungsprüfungsausschuss 2006 fünfmal vertagen müssen, "weil Grosz bei einer einzigen Sitzung anwesend war", behauptet Grünen-Landtagsabgeordneter Peter Hagenauer.

Überhaupt sei Grosz 2006 nur bei einer Gemeinderatssitzung bis zum Schluss anwesend gewesen, bezeugt der Grünen-Gemeinderat aus Deutschlandsberg, Walter Hingel, der Grosz dieser Tage nahe legte, sein Mandat zurückzulegen. Dafür sei Grosz viel vor Gerichten zugange, setzt Hagenauer in einer Aussendung nach: "Als Stachanow der Strafanzeigen hält er die Justiz ebenso auf Trab wie von ihrer Arbeit ab".

Grosz reagierte gelassen auf die Vorwürfe: "Ich komme meiner Verantwortung als Gemeinderat und Landesobmann selbstverständlich nach", betonte er in einer Aussendung, der er ein Porträt von sich selbst "für das Nachtkasterl der Grünen" beifügte. Zudem verspricht Grosz, er sei gerne bereit, die Grünen "mehrmals täglich telefonisch zu kontaktieren", falls sie nicht genug von ihm bekämen. (cms/DER STANDARD, Printausgabe, 9.3.2007)

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