Functional Food oder Bio-Kost?

12. Juli 2007, 16:44
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Konsumenten greifen weder gern zu "Bio", noch zu angereicherten Lebensmittel - Ersteres wäre zu teuer, zweiteres wird mit Skepsis beäugt

Wien - Monat für Monat werden neue Produkte mit einem Zusatznutzen auf den Markt implementiert. Doch ist das wirklich gesund? Sollte man nicht lieber auf Bio-Kost setzen? Eine Studie von ACNielsen zeigt, dass beide Richtungen nicht gerne gekauft werden, weil die Skepsis bei angereicherten Lebensmitteln unter den Verbrauchern hoch ist und Bio-Produkte zu teuer sind.

Fischöl in Eiern

Functional Food ist der unscharfe Begriff für Nahrungsmittel, die einen gesundheitlichen Nutzen aufweisen, der über ihren natürlichen Nährstoffgehalt hinausgeht. Um eine gesundheitsfördernde Wirkung zu erreichen, werden diese Produkte mit Zusatzstoffen versetzt. So finden sich beispielsweise Fischöl in Eiern, Kalzium im Müsli und probiotische Bakterien in Milchprodukten, die sich positiv auf die Darmflora auswirken sollen.

Zweifel der Konsumenten

Kein Wunder, dass sich Konsumenten den angereicherten Produkten skeptisch gegenüber verhalten. So glaubt weltweit durchschnittlich ein Drittel der Menschen nicht daran, dass Functional Food wirklich die Gesundheitsvorteile bietet, mit denen seine Anbieter werben, ergab die ACNielsen-Studie. Während in Asien-Pazifik, Europa und Südafrika angereicherten Fruchtsäften das höchste Misstrauen entgegen gebracht wird, bezweifeln die Verbraucher in Nord- und Lateinamerika am meisten den Nutzen von cholesterinsenkenden Produkten.

Fehlender Geschmack

Die Skepsis hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der angegebenen Gesundheitsvorteile herrscht auch in Österreich, speziell bei den Kategorien "mit Ergänzungsmitteln oder Vitaminen angereicherte Fruchtsäfte/Milch/Brot", aber auch bei "probiotischen Jogurts" oder "cholesterinsenkender Margarine/Öl". Bei den Kategorien Sojamilch und mit Ballaststoffen angereicherten Produkten war hingegen der fehlende gute Geschmack das wichtigste Argument für den Nichtkauf.

Biolebensmittel ist zu teuer...

Wer glaubt, dass sich die Unsicherheit über Functional Food so auswirkt, dass mehr Biolebensmittel - einer ganz andere Art von Gesundheitskost - konsumiert wird, der irrt. Der Grund: So genanntes Organic Food ist schlichtweg zu teuer. In Österreich ist für 41 Prozent der Nichtkäufer der hohe Preis das ausschlaggebende Argument dagegen.

...aber gesünder

Jene, die biologisch erzeugte Lebensmittel kaufen, glauben an die gesundheitliche Wirkung. Mehr als zwei Drittel der Befragten in Österreich sind der Ansicht, Biokost sei im Vergleich zu anderen Nahrungsmitteln gesünder für sie und ihre Kinder (53 Prozent sind insgesamt dieser Meinung, 40 Prozent für sich, 13 Prozent für die Kinder). (APA)

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    foto: kellogg (deutschland) gmbh
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