Achtung Diätfalle

7. März 2007, 17:42
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Einseitigkeit ist der Top-Figur Tod - Ernährungs­expertin Ingrid Kiefer: "Das ist das schlimmste, was man beim Abneh­men machen kann"

Wien - Ananas-, Kartoffel- oder Eier-Diät: Einseitigkeit lässt die Träume von einer Top-Figur schnell zerplatzen. "Das ist das schlimmste, was man beim Abnehmen machen kann", meint Ernährungsexpertin Ingrid Kiefer. Eine Gewichtsreduktion kann nur dann funktionieren, wenn es ein Minus bei der Energiebilanz gibt. Eine ausgewogene Ernährung muss in Kombination mit Bewegung stehen.

Keine Bevormundungen, Verbote und Sensationen

Schlimm ist laut Kiefer jede Diät, bei der man bevormundet wird; wenn es einen genauen Plan gibt, wann man was essen darf. Am problematischsten sind Schlankheitskuren, die bestimmte Nährstoffgruppen wie etwa Kohlenhydrate verbieten.

Skeptisch sollte man auch bei allzu großen Diätversprechungen werden. "Das funktioniert nicht, dass man in kurzer Zeit Unmengen abnimmt", sagt die Expertin. "Alles, was als Sensation verkauft wird, da muss man vorsichtig sein. Das ist bereits eine Warnung."

Kohlsuppe

Die Kohlsuppen-Diät sei zwar auch zu den einseitigen Kuren zu rechnen, jedoch eignet sich die Suppe gut, um Mahlzeiten zu ersetzen oder in eine Schlankheitskur einzusteigen. Langfristig sei eine Kohlsuppen-Diät nicht zu empfehlen, meint Kiefer, weil sie zu wenig Eiweiß beinhaltet. Das behindert den Muskelaufbau. Auch so genannte Formula-Diäten können zum Einstieg bzw. für einen Tag zwischendurch konsumiert werden, keinesfalls länger.

Empfehlenswert: Schrittweises Abnehmen

Besser ist eine Änderung des Essverhaltens Schritt für Schritt, wie es bei "Schlank ohne Diät", den "Weight Watchers" oder der "Brigitte-Diät" passiert. Und das müsse bei jedem Menschen individuell geschehen. Wichtig sei die Zufuhr von Vitaminen, weil sonst die Leistung des Körpers reduziert werde, erklärt Kiefer. Die Abnahme muss langsam von Statten gehen. Bei einer zu schnellen Reduktion geht der Körper sofort auf Sparflamme.

Begleitung

Ein guter Trick ist der Einsatz einer professionellen Begleitperson. Diese kann nicht nur die jeweiligen Probleme analysieren, sie kann auch Motivator sein, wenn der Abnehmwillige einmal einen Durchhänger hat. "Je länger eine solche Begleitperson dabei sein kann, desto besser. Denn ein Ernährungsverhalten ändert man nicht von heute auf morgen."

So sind Schlankheitskuren über das Internet laut Kiefer gar nicht so schlecht. "Die Benutzer dürfen aber nicht mit Standardfloskeln abgetan werden, der Internetcoach muss persönliche Tipps geben." Dies müsse nicht täglich, aber periodisch stattfinden, sagte Kiefer. "Wenn man allein gelassen wird, kann es schwierig werden." Das ewige Auf und Ab sei schlecht für die Psyche. "Besser den Weg der kleinen Schritte gehen." (APA)

  • Beispiel Ananasdiät: zu einseitig
    foto: pixelquelle.de

    Beispiel Ananasdiät: zu einseitig

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