iPhone und Vista sollen Speicherchip-Preise retten

14. März 2007, 10:21
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Analyst: Positive Auswirkungen aber erst ab 2008 - Bis dahin weiterer Preisverfall

Auch in diesem Jahr geht es mit den Preisen für NAND-Flash-Speicher rapide bergab. Speicherspezialist Sandisk etwa rechnet für 2007 mit einem Preisverfall um mindestens 50 Prozent. Rettung soll nun Apples iPhone bringen. Geht es nach Simon Chen, Chef des taiwanesischen Speichermodul-Herstellers A-Data, könnte die Branche in Erwartung des Geräts Lieferungen zurückhalten und dadurch andere Applikationen in Zugzwang bringen. Das soll für eine Stabilisierung der Preise sorgen. Chen sieht ab März sogar schon Engpässe auf die Kunden zukommen, berichtet DigiTimes.

Preisverfall

"Dass das iPhone den Preisverfall im NAND-Bereich stoppen kann, halte ich für Wunschdenken", meint dagegen Chipanalyst Dennis Etzel von der Commerzbank im Gespräch mit pressetext. Das iPhone erreiche erst in Richtung Weihnachtsgeschäft 2007 eine volumenmäßige Relevanz. "Von einem Massenmarkt kann man ab 2008 sprechen", so Etzel. Selbst dann mache das Geschäft mit dem iPhone auf dem derzeit etwa 15 Mrd. Dollar schweren NAND-Markt aber nur einen Anteil im einstelligen Prozentbereich aus, betont der Experte.

Branche

A-Data-Chef Chen geht dennoch davon aus, dass die iPhone-Einführung positive Auswirkungen auf die gesamte NAND-Branche hat. Allerdings helfe den Herstellern nur ein stetiger Anstieg der Preise wirklich weiter. Gleichzeitig sorge der Aufwind auf dem NAND-Markt aber bereits jetzt für Kopfzerbrechen in der DRAM-Industrie. Die Speicherchip-Hersteller könnten schon bald ihre Kapazitäten von DRAM auf NAND umstellen, was das Angebot auf dem Markt reduziere, warnt Chen.

Umstieg

Für die Speicherchip-Hersteller kann sich ein solcher Umstieg durchaus rechnen. Erst Ende Januar hatte die Branche unter dem Eindruck des anhaltenden Preisverfalls den Wechsel von NAND in Richtung DRAM überlegt. "Die komplette Umstellung der Kapazitäten dauert zwar fast ein ganzes Quartal. Allerdings folgen die Hersteller bei ihren Entscheidungen bestimmten saisonalen Mustern oder langfristigen Preisvorhersagen, so dass sich ein Umstieg durchaus lohnen kann", meint Analyst Etzel gegenüber pressetext.

Preisrutsch

Auch im DRAM-Bereich steht das erste Halbjahr 2007 im Zeichen eines kräftigen Preisrutsches. Hier hoffen die Hersteller auf positive Auswirkungen durch das Microsoft-Betriebssystem Windows Vista, das mit seinem höheren Ressourcenverbrauch für Kaufanreize sorgen soll. Etzel drückt allerdings auch für die Aussichten im DRAM-Sektor auf die Euphoriebremse. "Vista wird langfristig für eine Stabilisierung der DRAM-Preise sorgen, wenn auch die Unternehmen beginnen, ihr PC-Equipment aufzurüsten", so der Analyst. Das werde jedoch erst ab dem Jahr 2008 der Fall sein. (pte)

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