Die Benchmark sicher im Griff

9. März 2007, 08:00
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Mit dem "S&P Quality Ranking Europe"-Index den Euro Stoxx 50 abhängen - von Christian Scheid

Eine ganze Schar von Analysten versucht sich in der Bewertung von Aktien. Leider liegen viele dieser „Experten“ oftmals mit ihren Urteilen daneben. Trotzdem unterhalten alle renommierten Bankhäuser riesige Research-Abteilungen. Gleiches tut auch die amerikanische Standard & Poor´s (S&P) – in erster Linie durch ihre Indexberechnungen bekannt. Sie vergibt Sterne für die nach deren Meinung attraktivsten Aktien. Analog zu diesem System hat S&P auch den europäischen Markt im Visier. Allerdings läuft hier die Bewertung anders: Beim so genannten „S&P Europe Quality Ranking“ werden die Dividendenpapiere mit Buchstaben bewertet.

Dabei entspricht ein „A+“-Urteil der Bestnote. In neun Bewertungsschritten geht es dann bis zur Bezeichnung „LIQ“ (Liquidation) nach unten. Analog zum Bewertungssystem für den US-Markt halten auch hier die 25 Aktien mit der besten Beurteilung Einzug in den „S&P Europe Quality Ranking“-Index. Das Auswahluniversum ist dabei der S&P Europe 350, der die größten Werte aus Europa vereint. Die Zusammensetzung überprüft S&P zweimal jährlich. Zum Start im Dezember 2006 waren alle 25 enthaltenen Papiere mit je vier Prozent gleich gewichtet. Durch die regelmäßige Anpassung wird jegliches Klumpenrisiko verhindert. Lässt man den „S&P Quality Ranking Europe“-Index in einer Rückrechnung gegen den EURO STOXX 50 Performance-Index antreten, zeigt sich, dass es auch der europäischen S&P-Variante gelingt, ihren Vergleichsindex deutlich in die Schranken zu weisen.

Sie erzielte im Zeitraum von Juli 2002 bis heute ein beachtliches Plus von 169,3 Prozent oder 14,9 Prozent p.a. Demgegenüber schaffte der EURO STOXX 50 (TR) „nur“ einen Anstieg von 73,1 Prozent oder acht Prozent p.a. Bei der Rückrechnung haben wir die „Total Return“-Variante des Euroland-Index herangezogen, da auch beim „Quality Ranking“ die Dividenden voll angerechnet werden. Allerdings sind die Ergebnisse nicht so aussagekräftig wie bei der US-Variante. Der Index wird nämlich erst seit Mitte 2002 berechnet. Doch zeigt sich auch hier, dass die Analysten von S&P ihre Hausaufgaben in der Vergangenheit mit Bravour erledigt haben. Parallel zum „S&P US STARS Performers“-Zertifikat hat ABN Amro natürlich auch die europäische Variante als Zertifikat an den Markt gebracht (ISIN NL 000 073 406 9). Anleger haben damit die Chance, von der europäischen S&P-Expertise zu profitieren. Billig ist dies nicht: Für eine halbjährliche Überprüfung und Anpassung des Index nimmt das Emissionshaus eine jährliche Managementgebühr von stolzen 1,25 Prozent, die einen Teil der Outperformance wieder auffrisst.

Fazit: Die Erfolge in der Vergangenheit sind zweifelsfrei keine Garantie für die Zukunft. Die Konzentration auf fundamental aussichtsreiche Werte sollte jedoch auch in den kommenden Jahren für eine Outperformance sorgen. Einen Schutz gegen dauerhaft fallende Märkte bietet das Produkt jedoch natürlich nicht.

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