RTL beendet Tarifgespräche mit den Gewerkschaften

9. März 2007, 12:04
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Unternehmen prüft derzeit seine Strukturen und wird möglicherweise auch Stellen streichen

In der Tarifauseinandersetzung beim Kölner Fernsehsender RTL sind die Verhandlungen am Freitag ohne eine Einigung beendet worden. Beide Seiten hätten keinen gemeinsamen Weg zu einer Tarifregelung für alle Unternehmen der deutschen Sendergruppe gefunden, teilte RTL den Mitarbeitern mit. Details will die Geschäftsleitung nun mit den Betriebsräten regeln.

Die Geschäftsleitung strebt mit dem Umzug der RTL-Firmen innerhalb Kölns die 40-Stunden-Woche am neuen Standort an. Auch niedrigere Einstiegsgehälter sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Sendergruppe verbessern. RTL und die Gewerkschaften DJV und ver.di hatten über ein Jahr verhandelt.

Möglicherweise Stellenstreichungen

2008 sollen alle Kölner Standorte der Sendergruppe im Stadtteil Deutz unter einem Dach zusammengefasst werden. Von den insgesamt 2500 Mitarbeitern der Gruppe arbeiten rund 2000 in der Domstadt. Das Unternehmen prüft derzeit seine Strukturen und wird möglicherweise auch Stellen streichen. Zur Sendergruppe zählen auch Super RTL, Vox, n-tv und das in München ansässige RTL II.

RTL-Generalsekretär Thomas Kreyes, der die Verhandlungen für den Sender geführt hatte, kritisierte die Gewerkschaften. Die Gehälter bei RTL lägen über dem Branchendurchschnitt, es gebe Sozialleistungen und eine Gewinnbeteiligung. Dennoch bezeichneten die Gewerkschaften die Leistungen als nicht zufriedenstellend. "Sie sind damit kein vernünftiger Verhandlungspartner für die künftigen Arbeitsbedingungen innerhalb der deutschen RTL-Gruppe", resümierte Kreyes.

Uneinigkeit wegen Ausgleichszahlungen

Die 40-Stunden-Woche werde den Rahmen im gemeinsamen Sendezentrum bilden. "Wir sind überzeugt, dass unsere Mitarbeiter zu diesen Schritten bereit sind, und werden alle weiteren Details mit den Betriebsräten in den Unternehmen festlegen", sagte Kreyes.

Uneinigkeit mit den Gewerkschaften bestand laut RTL unter anderem in Bezug auf die Ausgleichszahlungen für die 40-Stunden-Woche. Die Arbeitnehmervertreter hatten zuletzt von einem Rückschritt auf dem Weg zu den bis spätestens Anfang 2009 von den Gewerkschaften angestrebten einheitlichen Einkommensbedingungen für alle Unternehmen der Sendergruppe gesprochen. (APA/Reuters)

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