Das war der mildeste Winter aller Zeiten

11. März 2007, 18:04
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Zwei bis vier Grad über Normaltemperaturen - Jännerlieferte die höchsten Temperaturen seit Beginn meteorologischer Messungen

Wien - Nun ist es amtlich: Der Winter 2006/07 war eigentlich keiner. Oder besser: Er war der wärmste aller Zeiten. Vor allem der Jänner lieferte laut ZAMG in Wien die höchsten Temperaturen dieses Monats seit Beginn meteorologischer Messungen. Plusgrade waren an der Tagesordnung, Schnee hingegen absolute Mangelware. Der Rekordwert wurde übrigens am 8. Dezember 2006 in Dornbirn registriert: 20,6 Grad.

In allen Landeshauptstädten außer Innsbruck ergaben sich eindeutig höhere Wintermitteltemperaturen als in den jeweiligen früheren Rekordwintern, berichtete Klimatologe Helmut. Von Bregenz (alter Rekord 3,8 Grad in der Saison 1915/1916, neuer Rekord: 4,1 Grad) bis Eisenstadt (alter Rekord 3,3 Grad in der Saison 1974/75, neuer Rekord: 4,6 Grad) gilt dies ebenso wie in Kremsmünster, wo im Observatorium des Stiftes seit dem 18. Jahrhundert gemessen wird (alter Rekord 2,7 Grad in der Saison 1915/1916, neuer Rekord: 3,6 Grad). Auch in Wien wurde der bisherige Spitzenwert aus dem Winter 1915/16 von 3,7 auf 4,9 Grad "verbessert".

Zwei bis vier Grad über Normaltemperaturen

Fazit von Derka: Von Vorarlberg bis in den Süden Salzburgs und Oberkärnten liegen die aktuellen Wintermitteltemperaturen zwei bis knapp vier Grad über normal, weiter östlich sogar etwa drei bis 4,5 Grad.

Wenig Schnee

Ungewöhnlich geringe Schneemengen wurden eigentlich überall verzeichnet: In tiefen Lagen wie im Raum Eisenstadt, Graz und Klagenfurt registrierten einige Messstellen Neuschneesummen von einem bis drei Zentimeter. Die Hohe Warte in Wien hat mit insgesamt 13 Zentimetern Neuschnee sogar Innsbruck (12 Zentimeter) übertroffen. Die schneereichsten Orte waren Mallnitz (K), Bad Gastein (S) und St. Michael im Lungau (S) mit rund 50 Prozent der normalen Neuschneemengen.

Viel Sonne

Die Anzahl der Sonnenstunden übertraf den Normalwert in allen Landeshauptstädten. Die meisten, nämlich 389, wurden in Graz dokumentiert. Normalerweise lässt sich die Sonne in der steirischen Metropole im Winter nur 247 Stunden lang blicken. Mit nur 215 Stunden schien die Sonne in Linz am kürzesten. In Wien waren 246 Sonnenstunden zu genießen, 60 mehr als im bisherigen Durchschnitt.

Normaler Niederschlag

Die Niederschlagsmengen erreichten in großen Teilen Österreichs normale Werte von 80 bis 120 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Nur rund 60 bis 80 Prozent wurden vom Oberinntal bis in Teile des Salzkammergutes gemessen, ebenso lokal in Niederösterreich. Mehr als 120 Prozent fielen im Nordosten des Bundesgebietes, besonders aber in Osttirol und Oberkärnten, wo starke Niederschläge in der ersten Dezemberdekade und im Jänner für Mengen bis um 170 Prozent des Normalwertes sorgten.

Es gab aber auch Orte, wo es selbst in einem dermaßen milden Winter wie dem diesjährigen so richtig kalt geworden ist: Am 27. Jänner 2007 fiel in St. Michael im Lungau, einem berühmtberüchtigten Kältepol, das Thermometer auf minus 19,3 Grad. (APA)

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