Euro auf Rekordhoch zum Yen

7. März 2007, 13:55
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Spekulationen auf anhaltend niedrige japanische Zinsen haben den Yen am Freitag auf ein Rekordtief zum Euro gedrückt

Frankfurt - Spekulationen auf anhaltend niedrige japanische Zinsen haben den Yen am Freitag auf ein Rekordtief zum Euro gedrückt. Die Gemeinschaftswährung kletterte auf bis zu 159,63 Yen. Zur US-Währung bewegte sie sich dagegen kaum und kostete 1,3128 Dollar. "Die 'Carry Trades" werden anhalten", begründete Devisenstratege Geoff Kendrick von der Westpac Bank die erneute Yen-Abwertung. In den nächsten fünf oder sechs Monaten werde die Bank von Japan (BoJ) voraussichtlich nicht erneut anheben.

Carry Trades gelten als Hauptgrund für die seit Monaten anhaltende Talfahrt des Yen. Dabei nutzen Anleger Zinsdifferenzen aus, indem sie Kredite in niedrig verzinsten Währungen aufnehmen und dieses Geld in höher verzinsten Währungen anlegen. Die japanische Notenbank hatte den Leitzins am Mittwoch auf 0,5 Prozent verdoppelt, gleichzeitig aber betont, Geld in Zukunft nur ganz behutsam verteuern zu wollen. "Das war ein Freibrief für die Carry Trader", betonte Analyst Christian Pohl von der FXdirekt Bank. "25 Basispunkte mehr oder weniger beim japanischen Leitzins machen den Kohl auch nicht fett." Die Zinsdifferenz Japans liegt zur Euro-Zone bei drei und zu den USA bei 4,75 Prozentpunkten.

Kaum bewegter Kurs

Trotz eines überraschend starken Rückgangs des Ifo-Geschäftsklimaindex bewegte sich der Kurs des Euro zum Dollar kaum. "Der Euro hat nur gegen Nicht-Dollar-Währungen wie dem Pfund nachgegeben, weil nächste Woche jede Menge US-Konjunkturdaten anstehen und sich davor niemand zu weit aus dem Fenster lehnen will", sagte ein Börsianer.

Allerdings machte die Gemeinschaftswährung ihre Verluste zum Pfund Sterling nach Veröffentlichung der zweiten Schätzung zum britischen Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2006 wieder wett. Wie bei der ersten Schätzung hatte das Nationale Statistikamt ein Wachstum von 0,8 Prozent zum Vorquartal errechnet. Einige Anleger hatten auf eine Revision nach oben gehofft. Am späten Vormittag kostete ein Pfund 1,4940 Euro.

Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,3115 (Donnerstag 1,3092) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,3134 (1,3106) Dollar. (APA/Reuters)

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