Bittere Tränen vor Wiener Richterin: "Waffennarr" bekommt Waffen nicht zurück

25. Februar 2007, 18:34
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Pensionist schluchzte: "Meine Sachen will ich wieder haben!"

Wien - Der Pensionist aus Mistelbach konnte es zunächst gar nicht glauben, als Richterin Daniela Setz-Hummel die zahlreichen Schusswaffen für eingezogen erklärte. Dann begann er zu weinen, wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln und schluchzte: "Meine Sachen will ich wieder haben! Ich will, dass Sie ein Sammlerherz verstehen!"

Haftstrafe berührte nicht

Dass er wegen Besitzes von verbotenen Waffen zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt wurde, war ihm völlig einerlei. Was er jedoch nicht verwinden konne, dass ihm seine historischen Gewehre und Pistolen nicht mehr zurückerstattet werden.

Sammlerherz

Seit über 40 Jahren widmet er sein Leben dem Waffensammeln: "Mit 15 hab ich ang'fangen. Ich leg' überhaupt keinen Wert auf neue Waffen. Ich bin an Modellen aus dem Weltkrieg interessiert." Seine Leidenschaft sei "ein Trieb": "Ich bin Sammler, und zwar ein eingefleischter! Ich habe in meinem Haus extra ein Dachstüberl ausgebaut: Für ein kleines Museum halt - für mich privat"

Schießübungen

Neben dem Sammeln von Waffen veranstaltete der Mann in seinem Haus im Keller immer wieder Schießübungen mit mit gleichgesinnten Sammlern: "Der Keller ist sehr schön. Zehn Meter lang. Da hab' ich geschossen, mit den Pistolen. Aber nie mit einem einzigen Karabiner! Nie!"

Anzeige

Nach einer anonymen Anzeige kam es zur Hausdurchsuchung. Die Beamten gingen neben der verbotenen Freizeitgestaltung von Verdacht auf Waffenhandel aus.

"Bei Ihnen ist ein regelrechtes Arsenal gefunden worden", fasste die Richterin zusammen: An der Küche waren zwischen Kochtöpfen Schießeisen aufgereiht, selbst im Schlafzimmer hingen Waffen an der Wand. "Hat das nicht gestört?", wollte die Richterin wissen. - "Nein. Es waren eh nur Gewehre!" (APA)

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