Steuerschonende Gewinne für Klein- und Mittelbetriebe

20. April 2007, 12:23
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Mit einem Fonds, der nach dem Förderungsgesetz für KMU gestrickt ist, will die Erste Sparinvest Unternehmer und Freiberufler als neue Zielgruppe erschließen

Unternehmer und Freiberufler, die ihren Gewinn auf Basis einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermitteln, werden seit 2007 steuerlich gefördert. Denn bis zu zehn Prozent ihres Unternehmensgewinnes – maximal jedoch 100.000 Euro – können steuerfrei bleiben, wenn sie dieses Kapital für bestimmte begünstigte Investitionen verwenden oder es in ausgewählte Wertpapiere investieren, die vier Jahre gehalten werden müssen. Dazu zählen auch österreichische Investmentfonds, die gemäß § 25 Pensionskassengesetz veranlagen. Die Erste-Sparinvest (Espa) hat nun einen Fonds gestrickt, der sich die neue Rechtslage zunutze macht, mit März startet und ein Anreiz für die neue Zielgruppe der Einnahmen-Ausgaben-Rechner sein will.

Multi-Strategie-Ansatz

Der ESPA Portfolio Target 4 verfolgt einen Multi-Strategie-Ansatz und investiert in

  • Immobilien
  • Alternative Investments
  • Aktien
  • Geldmarkt
  • Renten´

Die Aktienquote – investiert wird global in entwickelte Märkte aber auch in Emerging Markets – wird zwischen null und 30 Prozent liegen. „Gestartet wird mit 25 Prozent“, sagt Fondskoordinator Philip Schifferegger dem Standard. Wenn Kapital aufgebaut ist, könne der Anteil entsprechend erhöht werden. Mit Euro-Staatsanleihen (25 Prozent) und festverzinslichen Wertpapieren sowie einer geldmarktnahen Veranlagung (30 Prozent) soll dem Depot Stabilität verliehen werden. Der Immobilienanteil wird maximal zehn Prozent betragen und in europäische, asiatische und österreichische Immo-Titel investiert. „Durch die österreichischen Immobilien-Titel ist auch der Bereich Osteuropa gut abgedeckt“, sagt Schifferegger. Zur Ertragssteigerung setzt die Espa auf Alternative Investments. Maximal zehn Prozent sollen beispielsweise in Hedgefonds oder Rohstoffen veranlagt werden.

Jedes Jahr ein Plus

Mit jeder dieser Anlageklassen soll ein möglichst hoher Ertrag erzielt werden. Innerhalb des Anlagezeitraums – dieser beträgt vier Jahre – soll ein Wertzuwachs von mindestens vier Prozent erzielt werden. Die Erwartung der Fondsmanager liegt aber bei vier bis sechs Prozent. Der Fonds ist zwar kein Garantieprodukt, Kapitalschutz habe aber absoluten Vorrang vor zu hohem Risiko. Jedes Jahr wird ein möglichst hoher positiver _Ertrag angestrebt (Absolute-Return-Konzept). Als Vorbild dient den Fondsmanagern der vor knapp drei Jahren aufgelegte, etwas dynamischere Espa Portfolio Target. Dieser Fonds erreichte bisher eine jährliche Wertsteigerung von 8,9 Prozent. Das zu erwartende Anlagevolumen sei nur schwer abzuschätzen, denn es sei nicht vorhersehbar, wie viele Einnahmen-Ausgaben-Rechner veranlagen werden. Erwartet werden rund 100 Millionen Euro in den ersten drei Jahren.

Ab 1. März liegt der Fonds, den es als Modell mit Ausschüttung oder als Variante mit Thesaurierungsanteil gibt, zur Zeichnung auf. Der Einstieg ist ab 100 Euro möglich. Durch die geringe Einstiegssumme eigne sich der Fonds laut Espa auch für Privatanleger und auch für jene Anleger, die einen Ansparplan verfolgen wollen. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.2.2007)

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    foto: standard/hendrich
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