Gorbach wird Chef ohne letztes Wort

7. März 2007, 14:24
3 Postings

Walter Klaus ordnet Firmen neu

Bregenz – Der Vorarlberger Unternehmer Walter Klaus hat mit dem überraschenden Rücktritt als Aufsichtsratschef der Silvretta Nova am vergangenen Wochenende die Neuordnung seines Tourismusreichs begonnen. Der 73-Jährige will sich aus gesundheitlichen Gründen "sukzessive zurückziehen", eine Holding gründen und Hubert Gorbach zu deren Chef machen. Der Ex-Minister hat bereits sein Büro im Bregenzer Postgebäude bezogen. An die Spitze des Silvretta-Nova-Aufsichtsrates rückte aber zunächst Klaus’ langjähriger Berater, der Feldkircher Wirtschaftsprüfer Eduard Tschofen.

Unter ein Dach kommen sollen die Silvretta Nova Bergbahnen AG (Klaus hält 86 Prozent) mit ihren Töchtern aus der Seilbahn- und Gastronomiebranche im Montafon, Bregenzerwald, Südtirol, der Weinbaubetrieb in Kitzeck (Steiermark) und die Bodenseeschifffahrtsgesellschaften Österreich und Schweiz. Klaus: "Das bestehende Management ist für die Anzahl der Firmen zu klein ist, es muss ausgebaut werden". Es werde aber keine "Konstruktion geben, bei der die Holding das ganze Sagen hat". Der seit 1969 im Montafon lebende gebürtige Deutsche setzt 45 Mio. Euro pro Jahr um.

Aus testamentarischen und steuerlichen Gründen soll die bestehende Walter Klaus Privatstiftung "einen Großteil der Firmen aufnehmen". Die Stiftung sei seine – Klaus’ – Sache. Gorbach soll "überall dort tätig werden, wo Entscheidungen anstehen", aber: "So lange ich lebe, werde ich das letzte Wort haben." Ganz will Klaus auch den operativen Bereich nicht lassen. Die Fertigstellung des größten Bodensee-Passagierschiffes bleibe etwa seine Sache. (Jutta Berger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.2.2007)

Share if you care.