Wichtig durch die Woche

5. Februar 2007, 18:42
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Wolfgang Glechner präsentiert Hermann-Nitsch-Computerspiel - Ronald Pohl und Peter Turrini lesen - Schokokunst und Kaffeeball in der Hofburg

Jede Krise ist eine Chance. So hat etwa die Wintersportindustrie die Energiekrise des vergangenen Jahrhunderts genutzt, um sich dauerhaft (solange das Klima halt mitspielt) den Absatz ihres Produktes zu sichern. Und damit eine Krise in der Zunft der Gesellschaftsjournalisten ausgelöst, weil PR-Berater glauben, dass das Lugniversum in den Ferien entvölkert ist. Was aber nur bedingt stimmt. Dass sich Veranstalter weniger konkurrenzfähigen Events mit als Gesellschaftsereignis getarnten Shoperöffnungen und Produkt- und Egopräsentationen da ausbreiten könnten, hat sich noch immer nicht herumgesprochen: Der Wiener Künstler Wolfgang Glechner, der am Donnerstag in der Galerie Lehner am Wiener Getreidemarkt sein Hermann-Nitsch-Computerspiel (eine Nitsch-Figur zerklatscht Gelsen, das führt zu Orgienmysterien-Desktop-Schüttbildern) präsentiert, hat den Termin jedenfalls nicht strategisch ausgewählt.

Die Konkurrenz an diesem Donnerstag, dem sonst "stärksten" Eventtag, heißt aber doch Ronald Pohl. Der Standard-Kulturredakteur liest mit Peter Turrini im Palais Trauttmannsodrf (1.; Herrengasse 21) aus seinem (Pohls) Roman "Die algerische Verblendung". Voll seitenblickkompatibel ist lediglich der "Grand Prix der Schokoladekunst", der in der Hofburg stattfindet und zu dem der "Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer" lädt. Tags darauf, am Freitag, sind dann die - mehr oder weniger mit dieser Gruppe identen - "Wiener Kaffeesieder" am selben Ort dran. Sie bitten zum "Ball der Wiener Kaffeesieder". (DER STANDARD-Printausgabe, 05.02.2007)

  • Artikelbild
    illustration: glechner
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