Deutsche Büros durchsucht

9. März 2007, 12:01
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Korruptionsaffäre rund um ostdeutsche Subunternehmen weitet sich aus

Chemnitz - Die vor etwa einem Jahr ins Laufen gekommene Korruptionsaffäre rund um ostdeutsche Subunternehmen der Strabag hat sich am Dienstag ausgeweitet: In Sachsen, Hessen und Berlin sind insgesamt 37 Firmenräume und Wohnungen, darunter drei Strabag-Baubüros in Chemnitz und Umgebung durchsucht worden. Zusätzlich zu zwei in Haft befindlichen Verdächtigen haben die Behörden vier weitere Verhaftungen vorgenommen. Der Fall steht in Zusammenhang mit dem Bau der deutschen Autobahn A 72 von Chemnitz nach Hof.

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz wirft den Verdächtigen vor, mindestens 20 Firmen als Sub-Unternehmer der Strabag gegründet zu haben. Sie sollen Bauaufträge übernommen, aber danach Insolvenz angemeldet haben. Obwohl die Strabag den Subfirmen Geld für die Bauaufträge überwies, wurden weder Rechnungen noch Gehälter gezahlt. Das Geld sollen die sechs Verdächtigen unter sich aufgeteilt haben. Zwei der Männer müssen sich bereits vor dem Landgericht Chemnitz verantworten. Der Schaden soll mindestens 27 Mio. Euro betragen.

Eine Zentralfigur der Affäre, ein 36-jähriger Kärntner, war noch am Tag der Verhaftung von der Strabag entlassen worden. Der Konzern kooperiere von Anfang an mit der Staatsanwaltschaft und sei selbst um mehrere Millionen geschädigt worden, sagte ein Strabag-Sprecher. Man habe nach Ermittlungen der Internen Revision im Zusammenhang mit der Affäre bisher fünf Mitarbeiter entlassen. (dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.1.2007)

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