Darfur-Kommission nach zweimonatigem Tauziehen ernannt

5. März 2007, 16:48
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Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams leitet sechsköpfige Ermittlungs­delegation

Genf - Die Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams wird eine Ermittlungsdelegation leiten, die im Auftrag der Vereinten Nationen die Gräueltaten in der sudanesischen Krisenregion Darfur untersuchen soll. Der UNO-Menschenrechtsrat ernannte die sechsköpfige Delegation nach einem mehr als zwei Monate langen diplomatischem Tauziehen, wie am Freitag am Sitz Genfer UN-Sitz verlautete.

Die Amerikanerin Williams erhielt 1997 den Friedensnobelpreis für ihren Kampf gegen Landminen. Der Ermittlungsdelegation gehören außerdem der UNO-Sondergesandte für Darfur, Sima Samar, der ehemalige stellvertretende UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Bertrand Ramcharan, die UNO-Botschafter Gabuns und Indonesiens am Genfer Sitz der Vereinten Nationen, Patrice Tonda und Makarim Wibisono, sowie der estnische Politiker Mart Nutt an.

Der UNO-Menschenrechtsrat hatte sich im Dezember auf die Entsendung einer Kommission nach Darfur verständigt. Streit gab es allerdings um die Zusammensetzung des Ermittlungsteams. Während die europäischen Mitglieder des Rates eine Mission unabhängiger Experten gefordert hatten, wollten die afrikanischen Länder nur Diplomaten in der Region sehen.

Die Kämpfe in Darfur haben schon mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet, etwa 2,5 Millionen wurden in die Flucht getrieben. Die sudanesische Regierung wird beschuldigt, die arabischen Janjaweed-Reitermilizen zu unterstützen. Diesen werden zahlreiche Übergriffe auf die schwarzafrikanische Zivilbevölkerung zur Last gelegt. (APA/AP)

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