"Für ORF schädigend"

5. März 2007, 12:16
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Aufregung um Seledec-Auftritt bei FPÖ-Klubklausur - Chefredakteur begleitete FPÖ nach Teheran, für ihn eine "Privatreise"

Walter Seledec, 62 und Chefredakteur in der ORF-Generaldirektion, referierte am Mittwoch bei der Klubklausur der FPÖ über den "neuen ORF". Wenige Wochen zuvor begleitete er eine FPÖ-Delegation (mit Ewald Stadler) in den Iran - kurz vor der Konferenz der Holocaust-Leugner in Teheran. Der ORF-Redakteursrat protestiert.

Laut Redakteursstatut ist "alles zu unterlassen, das geeignet sein könnte, Zweifel an der Unabhängigkeit des ORF aufkommen zu lassen". Seledec lasse keinen "Zweifel über seinen politischen Standort aufkommen", schreibt der Redakteursrat. Er fordert "klare Unvereinbarkeitsregeln". Die beiden Auftritte mit der FPÖ seien "für den ORF peinlich und unternehmensschädigend". Vor allem auch, weil die Geschäftsführung den Vortrag genehmigt habe. Referate seien üblich als Lobbying bei allen Parlamentsparteien, sagte ORF-Sprecher Pius Strobl. ORF-General Alexander Wrabetz referierte beim FP-lastigen "Liberalen Klub".

Seledec spricht von einer "Privatreise", bei der er aber auch das iranische Staatsfernsehen besucht habe. (fid, APA/DER STANDARD; Printausgabe, 25.1.2007)

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    Walter Seledec begleitete eine FPÖ-Delegation (mit Ewald Stadler) in den Iran - kurz vor der Konferenz der Holocaust-Leugner.

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