Web 2.0 - Das nächste große Ding

22. Februar 2008, 15:48
8 Postings

Niklas Zennström, Co-Gründer von Kazaa und Skype, sieht "disruptive" Erfindungen

Es herrscht wieder Aufbruchstimmung im Netz, nachdem der Dotcom-Crash die Partylaune auf Jahre verdarb. Zwar habe er "noch immer Mühe zu verstehen, was Web 2.0 ist", sagt Niklas Zennström, Co-Gründer von Kazaa und Skype, bei der heurigen Digital Life Design Conference der Hubert Burda Media in München. Aber es gibt "einen Riesenunterschied zu der Phase vor sieben Jahren: Es gibt jetzt eine sehr brauchbare Infrastruktur, und es gibt eine ganze Reihe erfolgreicher Unternehmen, die Bestand haben". Das sei eine Plattform, die in den nächsten Jahren noch viele "disruptive" Erfindungen hervorbringen werden - also Entwicklungen, die so wie Skypes Internettelefonie alteingesessene Geschäftsmodelle in Schwierigkeiten bringen.

"Wir kehren zum ursprünglichen Versprechen des Internet zurück", sagt Caterina Fake, eine der Flickr-Gründerinnen jetzt bei Flickr-Eigentümer Yahoo für Neuentwicklungen zuständig. "Breitband und neue Tools machen es plötzlich einer sehr großen Zahl von Menschen möglich, miteinander zu kommunizieren, weil es die nötige leistungsfähige Infrastruktur gibt" - eine Infrastruktur, die Phänomene wie Flickr oder Youtube erst möglich machten, da Bilder und Videos enorme Rechen- und Übertragungsleistung benötigen.

"Das Entwicklungstempo beschleunigt sich, weil man jetzt fertige Komponenten neu zusammenbauen kann", erklärt Zennström. "Man muss nicht alles neu erfinden, wenn man eine Idee hat, man kann vorhandene Teile vermantschkern" - "mashup" im Jargon der Internetentwickler. Auch Zennströms jüngstes Projekt "Joost", der bisher als "Venice Project" bekannte, geplante kommerzielle TV- und Filmdienst, setzt vorhandenes mit eigenen Entwicklungen neu zusammen.

"Viel chaotischer" "Diese neue Internetentwicklung ist auch viel chaotischer, weil die Leute nicht jahrelang im stillen Kämmerlein sitzen, um eine Geschäftsidee zu entwickeln, sondern damit meist noch halbfertig auf den Markt gehen", erklärt Zennström, warum viele neue Services als "Beta"-Versionen herausgebracht werden. "Man muss kein großes Unternehmen mehr sein, um richtigen Impact zu erzielen" - was Kazaa und Skype mit mehr als 100 Millionen Nutzer bewiesen haben. (spu/DER STANDARD, Printausgabe vom 23.1.2007)

  • Niklas Zennström, Cogründer von Kazaa und Skype, erklärt bei der Digital Life Design Conference (DLD) am 22.1.07 der Hubert Burda Media in München seinen geplanten Dienst für Video per Internet, "Joost" (zuvor als Venice Project bekannt geworden).
    foto: spudich

    Niklas Zennström, Cogründer von Kazaa und Skype, erklärt bei der Digital Life Design Conference (DLD) am 22.1.07 der Hubert Burda Media in München seinen geplanten Dienst für Video per Internet, "Joost" (zuvor als Venice Project bekannt geworden).

Share if you care.